Solarfassade ermöglicht Räume mit positiver Energiebilanz

23. August 2019 11:34

Zürich - Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich haben eine Solarfassade entwickelt, die Stromproduktion mit intelligenter Beschattung kombiniert. Dadurch wird mehr Energie produziert, als für ein angenehmes Raumklima rund um die Uhr nötig ist.

Die von der Gruppe um Arno Schlüter, Professor für Architektur und Gebäudesysteme an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH), entwickelten Solarpanels sind beweglich, erläutert die ETH in einer Mitteilung. Jedes der auf einer Fassade aus einem Seilnetz angebrachten Paneele kann einzeln angesteuert und in vertikaler und horizontaler Richtung bewegt werden. Dadurch produzieren die Solarmodule nicht nur Strom, sondern lassen genau soviel Sonne in den Innenraum, wie für ein angenehmes Raumklima erforderlich ist.

„Ein lernfähiger Algorithmus steuert die Bewegungen der Paneele so, dass die Stromgewinnung und die Einsparungen bei Heizung und Kühlung zusammen einen möglichst geringen Gesamtenergiebedarf ergeben“, wird in der Mitteilung weiter erläutert. Als „Herzstück“ der Solarpaneele wird dort der sogenannte weiche Aktuator beschrieben. Hierbei handelt es sich um ein weiches pneumatisches Element mit einem festen U-Gelenk.

Erste Simulationen haben ergeben, dass sich der Einsatz der Fassade vor allem für Büroräume in gemässigten Zonen wie in Mitteleuropa eignet. In einer Simulation eines nach neuesten Baustandards in Zürich erbauten Büroraums konnte die Fassade 115 Prozent der Energie produzieren, die für ein angenehmes Raumklima benötigt wird. „Wir möchten den Widerspruch zwischen Komfort und Energieeffizienz bei Gebäuden auflösen“, wird Schlüter in der Mitteilung zitiert. In Kürze wollen die Forscher dafür ihre Solarfassade an der Gebäude-Einheit HiLo auf der Forschungsplattform NEST der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) und des Wasserforschungsinstituts Eawag testen. hs

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