Netto-Null bis 2050 ist bezahlbar

19. August 2021 13:26

Basel - Jährlich sind 12,9 Milliarden Franken nötig, um die Schweizer Volkswirtschaft bis 2050 klimaneutral zu machen. Dieser Investitionsbedarf ist von der Schweizerischen Bankiervereinigung mit der Boston Consulting Group errechnet worden. 91 Prozent davon könne der Schweizer Finanzplatz finanzieren.

Rund 2 Prozent des Bruttoinlandprodukts müsste die Schweiz jährlich im Durchschnitt investieren, um bis 2050 klimaneutral zu werden. In absoluten Zahlen bedeutet das Investitionen in einer Gesamthöhe von 387,2 Milliarden Franken oder jährlich durchschnittlich 12,9 Milliarden Franken. Das hat die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) zusammen mit der Boston Consulting Group in ihrer Studie „Sustainable Finance – Investitions- und Finanzierungsbedarf für eine klimaneutrale Schweiz bis 2050“ errechnet.

Laut einer Medienmitteilung der SBVg würden diese Investitionen die Umsetzung der notwendigen Reduktion von Treibhausgasen bei den emissionsstärksten zehn Sektoren der Schweizer Wirtschaft zur Erreichung des Netto-Null-Ziels bis 2050 ermöglichen. Dabei entfalle der Grossteil auf die Sektoren Leichter Strassenverkehr, Gebäude und Schwerer Strassenverkehr.

Insgesamt 91 Prozent der notwendigen Investitionen könnten diesen Berechnungen zufolge durch das herkömmliche Angebot der Banken finanziert werden, wobei Bankkredite und Hypotheken 83 Prozent ausmachen würden. Eine weitere Milliarde (8 Prozent) könne durch den Schweizer Kapitalmarkt aufgebracht werden. Die notwendigen Bankkredite für die Klimatransition würden beim heutigen Volumen rund 10,8 Prozent der jährlich von Schweizer Banken vergebenen Hypotheken und Unternehmenskredite ausmachen. Die notwendige Kapitalmarktfinanzierung wurde sich auf 1,6 Prozent der jährlichen Anleiheemissionen an der Schweizer Börse belaufen. Insgesamt könnten auf diese Weise 91 Prozent durch den Finanzplatz beigesteuert werden. Der Rest sei etwa durch Öffentlich-Private-Partnerschaften zu realisieren.

Damit all dies gelinge, sei „ein optimales Zusammenspiel von Staat, Wirtschaft und Finanzplatz entscheidend“. Der Staat sei gefordert, optimale Rahmenbedingungen zu schaffen. Regulatorische oder steuerliche Hürden und Einschränkungen bei der Finanzierungstätigkeit gelte es zu vermeiden. Zudem könne er regulatorische Anreize für klimaorientierte Finanzierungen schaffen. mm

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