BKW investiert wenig in Schweizer Erneuerbare

13. Dezember 2019 07:36

Bern - Das Kernkraftwerk Mühleberg geht am 20. Dezember um 12.30 Uhr vom Netz. Die Betreiberin BKW investiert aber kaum in erneuerbare Energien in der Schweiz. Stattdessen setzt sie den Ausbau des Geschäfts mit den Dienstleistungen fort, sagt BKW-Chefin Suzanne Thoma in einem Interview.

Mühleberg ist das erste der fünf Schweizer Kernkraftwerke, das abgeschaltet wird. Ab Mittwoch, dem 18. Dezember, werde die Leistung heruntergefahren, sagt Suzanne Thoma in einem Interview mit der „Handelszeitung“. „Am 20. Dezember um 12.30 Uhr werden dann die Steuerstäbe in den Reaktor eingefahren und die Kettenreaktion kommt zu einem Ende“, so die Chefin der Betreiberin BKW. „Dann ist Mühleberg abgeschaltet.“

Mühleberg liefert rund 5 Prozent des Schweizer Stroms. Dennoch investiert die BKW kaum in den Ausbau erneuerbarer Energien in der Schweiz. „Denn die Rahmenbedingungen für Investitionen in erneuerbare Energien sind hierzulande nicht gegeben“, sagt Thoma. „Es gibt zahlreiche Hindernisse wie die steuerliche Belastung der Wasserkraft, die langwierigen Bewilligungsverfahren oder das hohe Kostenniveau.“ Generell sei das Potenzial der Windkraft in der Schweiz überschätzt worden. Die Wasserkraft könne nicht wesentlich mehr Strom liefern. „Einzig die Photovoltaik dürfte sich besser entwickeln als erwartet.“ Das führe aber zu einem Überangebot im Sommer, während saisonale Speicher fehlten.

BKW setzt stattdessen auf den Ausbau des Geschäfts mit den Dienstleistungen. Dieses habe den Vorteil, weniger Kapital zu binden als die Bereiche Energie und Netz. Ziel sei es von Anfang an gewesen, dass die Dienstleistungen ein Drittel des Umsatzes und des Betriebsergebnisses liefern sollten. Dieses Ziel werde bis 2024 erreicht. „Wir reduzieren jetzt unsere Zukäufe, womit auch die Akquisitions- und Integrationskosten abnehmen.“

Das Geschäft mit den Dienstleistungen verteile sich auf drei Bereiche. In der Schweiz ist BKW vor allem im Bereich Building Solutions aktiv, bei den Infra Services und im Engineering auch in Deutschland. In der Schweiz hat BKW in der Gebäudetechnik einen Marktanteil von 4 Prozent. Eine Querfinanzierung vom Energie- und Netzbereich zu den Dienstleistungen gebe es nicht, so Thoma. stk

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