Blockchain kurbelt Solarstromverbrauch an

07. Februar 2020 13:55

Walenstadt SG - Ein Jahr lang haben sich 37 Haushalte in Walenstadt selbst mit Solarstrom versorgt. Dank eines Blockchain-Portals haben sie den Strom dabei untereinander gehandelt. Die Beteiligten am weltweiten Pionierprojekt ziehen nun eine positive Bilanz.

Im vergangenen Jahr haben 37 Haushalte in Walenstadt am Projekt Quartierstrom teilgenommen. Sie haben mit Photovoltaikanlagen auf ihren Dächern selbst Solarstrom produziert und diesen untereinander gehandelt. Für den Handel nutzten sie dabei eine Blockchain-Plattform. Das Projekt wurde unter anderem von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) und der Universität St.Gallen initiiert. Beteiligt waren mehrere Partner, darunter etwa das Elektrizitätswerk Walenstadt (WEW), das sein Verteilernetz zur Verfügung stellte. Das Bundesamt für Umwelt unterstützte das Projekt finanziell.

Im Januar wurde die Feldphase erfolgreich beendet. Die Beteiligten ziehen eine positive Bilanz. Die Haushalte haben sich laut einer Medienmitteilung aktiv beteiligt. Der Eigeneverbrauch der Gemeinschaft als Ganzes stieg auf rund 60 Prozent, was einer Verdopplung entspricht. Zu 33 Prozent versorgten sich die 37 Haushalte selbst mit Solarstrom, ohne Zutun vom lokalen Energieversorger.

„Auch die Energiebranche hat nach anfänglicher Skepsis sehr grosses Interesse gezeigt und sieht in der Entwicklung viel Potenzial. Wir konnten viele Diskussionen anstossen“, wird Christian Dürr, Leiter des WEW, zitiert. Ausserdem zieht auch Verena Tiefenbeck, Projektleiterin vom Bits to Energy Lab der ETH, eine positive Bilanz: „Quartierstrom war weltweit das erste Projekt dieser Art. Wir leisteten an vielen Fronten Pionierarbeit. Umso mehr freut es uns, dass die Technik abgesehen von üblichen Kinderkrankheiten gut funktioniert hat.“ 

Mit dem Projekt konnte neben der technischen Machbarkeit auch das Verhalten der Nutzer erforscht werden. Es wurde etwa festgestellt, dass eine automatische Preissetzung für den Solarstrom effektiver ist als die individuelle Preisfestlegung. Das erste Pilotprojekt ist also nun zu Ende. Es ist aber bereits ein Nachfolgeprojekt gestartet. ssp

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