Klimaanlagen sollen Treibstoff erzeugen

02. Mai 2019 15:03

Karlsruhe - Klima- und Lüftungssysteme sollen zukünftig aus Kohlendioxid und Wasser synthetische Kraftstoffe herstellen, schlagen deutsche und kanadische Forscher vor. Diese Anlagen sollen direkt in Gebäuden das CO2 aus der Umgebungsluft filtern und synthetische Kohlenwasserstoffe herstellen.

Gemäss einer Pressemitteilung sehen Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) in der Herstellung synthetischer Energieträger eine zukunftsträchtige Energiequelle. Zu diesem Ergebnis kommen sie in einer Kooperationsarbeit mit der Universität Toronto (UoT). Diese synthetischen Energieträger liessen sich direkt aus Wind- und Solarstrom sowie Kohlenstoffdioxid herstellen. Grosse Mengen an Treibhausgasemissionen wären damit vermeidbar.

Bei ihrem neuartigen Konzept soll die Klimaanlage, die auf erneuerbarer Basis läuft, nicht nur kühlen und heizen. Das System der Zukunft kann auch Kohlendioxid und Wasser aus der Luft abscheiden. Dieses gesammelte Wasser und Kohlendioxid wird mit der entsprechenden Technologie direkt vor Ort in erneuerbare Kohlenwasserstoffbrennstoffe umgewandelt. Die notwendigen Verfahren seien dafür im Wesentlichen vorhanden, so die Forscher. Die Herstellung gelingt durch ein bereits 1925 entwickeltes grosstechnisches Verfahren zur Herstellung flüssiger Kohlenwasserstoffe, das Fischer-Tropsch-Verfahren. Dabei wird durch Elektrolyse von Wasser zunächst Wasserstoff produziert. In einem zweiten Schritt könnten aus dem Wasserstoff und CO2 mittels dieses Verfahrens die gewünschten Kohlenwasserstoffbrennstoffe gewonnen werden.

Das CO2 stammt dabei direkt aus Lüftungsanlagen. Derzeit entsteht allein in den 25.000 Supermärkten der drei grössten Lebensmittelhändler Deutschlands so viel CO2, dass etwa 30 Prozent des Kerosinbedarfs oder rund 8 Prozent des Dieselbedarfs in Deutschland daraus gedeckt werden könnten. Würde dieses Konzept der Herstellung von Treibstoffen durch einen Schwarm von Lüftungsanlagen, des sogenannten „Crowd-Oils“, breitflächig in der Industrie angewandt, wären deutlich grössere Einsparungen möglich. eb

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