Bund will Qualität der PET-Sammlung sichern

20. November 2019 14:33

Bern - Der Bund will die Bevölkerung sensibilisieren, PET-Flaschen stets in die dafür vorgesehenen Behälter zu entsorgen. Damit reagiert er auf die zunehmende Vermischung von Kunststoffabfällen. Diese verursacht jährlich hohe Kosten und verunreinigt den Rohstoff für Getränkeflaschen.

In der Schweiz werden jährlich rund 46.000 Tonnen PET-Flaschen verkauft und davon rund 38.000 Tonnen wiederverwertet. Der Anteil an wiederverwertetem PET liegt seit Jahren über 80 Prozent. Zunehmend würden aber verschiedene Kunststoffarten in den verschiedenen Kreisläufen der Wiederverwertung miteinander vermischt, heisst es in einem Bericht des Bundesrates. Danach ist der Anteil von fremdem Kunststoff in der PET-Sammlung bis Mitte 2018 auf 19 Prozent angestiegen. Umgekehrt landen auch PET-Flaschen zunehmend in anderen Sammlungen und gehen damit dem PET-Kreislauf verloren. 

Verunreinigtes PET kann aber aufgrund der strengen Gesundheitsvorschriften nicht mehr ohne weiteres wiederverwertet werden. Zudem betrügen die Kosten der Beseitigung von fremden Kunststoffen in der PET-Sammlung jährlich 300.000 Franken pro Prozentpunkt Fremdstoff, heisst es im Bericht unter Berufung auf den Verein PET-Recycling Schweiz (PRS). 

Der Bund und PRS wollen daher gemeinsam die Bevölkerung für die sortengerechte Trennung der Kunststoffe sensibilisieren. PRS will seinerseits die Betreiber von Sammelstellen über die Anforderungen an die Sammelqualität informieren. 

PRS dankt dem Bundesrat in einer Mitteilung für den Bericht. Der Verein sieht vor allem die Anbieter von neuen Kunststoffsammlungen in der Pflicht, auf die Sammelqualität zu achten. „Eine Ausweitung der gemischten Kunststoffsammlungen ohne gezielte Gegenmassnahmen schwächt den geschlossenen PET-Flaschenkreislauf, was sich negativ auf den Umweltnutzen und die Verwertungsquote auswirkt.“

Der Bericht des Bundesrates geht auf ein Postulat von 2017 des damaligen grünen Genfer Ständerates Robert Cramer zurück. stk

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