UZH will Artenverlust eindämmen

19. Februar 2020 14:36

Zürich - Als „verkannte Bedrohung“ bezeichnet die Universität Zürich (UZH) den weltweit fortschreitenden Artenverlust. Ein von der UZH in Davos organisierter internationaler Kongress soll Strategien zu seiner Bewältigung erarbeiten.

Die mit dem Klimawandel einhergehenden Gefahren seien anerkannt, die Bedrohung durch den Artenverlust hingegen nicht, schreibt die UZH in der entsprechenden Mitteilung. „Die Geschwindigkeit, mit der Arten aussterben, ist mindestens zehn- bis hundertmal schneller als im Durchschnitt der letzten zehn Millionen Jahre“, wird die argentinische Ökologin an der Universidad Nacional de Córdoba, Sandra Díaz, dort zitiert. Sie ist eine der Wissenschaftlerinnen, die am World Biodiversity Forum in Davos teilnehmen werden. Die von der UZH organisierte Veranstaltung dauert vom 23. bis zum 28. Februar.

Die internationale Konferenz soll „Schwung und neue Impulse in das Thema Biodiversität bringen“, erläutert Cornelia Krug, Koordinatorin der Schnittstelle Wissenschaft – Politik des Universitären Forschungsschwerpunktes Global Change and Biodiversity der UZH. „Wir brauchen eine Volksbewegung zum Schutz der Biodiversität – ähnlich der Fridays for Future respektive der Klimajugend“, meint Krug weiter. Nach Ansicht der Wissenschaftler der UZH wird alles Leben auf der Erde durch die rapide abnehmende Biodiversität in gleichem Masse bedroht wie durch steigende Durchschnittstemperaturen. „Die Herausforderungen durch den Verlust an Biodiversität und den Klimawandel müssen zusammen angegangen werden“, sagt Krug.

Auf der Konferenz in Davos sollen dabei Themen wie genetische Vielfalt, Lebensraumverlust oder Umweltbelastungen durch die Landwirtschaft diskutiert werden. „Wir wollen kraft unserer Forschung die globale Strategie gegen Biodiversitätsverluste mitgestalten und Wirkung erzielen“, meint Krug. Dabei haben die Forscher den Anspruch, Einfluss auf eine im Oktober 2020 in China stattfindende Konferenz der Vertragsstaaten der Biodiversitätskonvention zu nehmen, auf der es um neue Ziele zum Schutz der Artenvielfalt geht. hs

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