Alpen verlieren Vogelarten

15. Juli 2020 13:36

Zürich - Klimawandel und Landnutzung senken die Diversität der Vogelwelt in den Schweizer Alpen. Zudem gleicht sich die Artenzusammensetzung in den verschiedenen alpinen Regionen immer weiter an. Dies zeigt eine Studie der Universität Zürich und der Schweizerischen Vogelwarte.

Für ihre gemeinsame Studie haben die Forschenden des Departements für Evolutionsbiologie und Umweltforschung der Universität Zürich (UZH) und der Schweizerischen Vogelwarte gesammelte Daten der letzten 20 Jahre ausgewertet, informiert die UZH in einer Mitteilung zur Studie. Die Ergebnisse zeigten, „dass die alpinen Vogelgemeinschaften weniger vielfältig sind als früher und auch weniger ökologische Funktionen abdecken“, heisst es dort weiter.

Den Forschern zufolge wurden in der Vergangenheit auf den beiden Seiten der oberen Waldgrenze im Gebirge zwei unterschiedliche Gruppen von Vogelarten gefunden. Im Tiefland und den Gebirgswäldern kamen dabei ähnliche Vogelgemeinschaften, beispielsweise Goldammer, Dorngrasmücke und Mönchsgrasmücke, vor. Im baumlosen Hochgebirge lebten dagegen vorwiegend an das offene Gelände angepasste Arten wie das Alpenschneehuhn.

Diese funktionelle Vielfalt habe in den letzten Jahren abgenommen, wird in der Mitteilung erläutert. „Unsere Studie zeigt, dass Bergspezialisten zunehmend Gefahr laufen, verdrängt zu werden“, wird Studienmitautor und Ökologie-Professor Arpat Ozgul dort zitiert. Sie würden zunehmend von den Generalisten aus dem Tiefland verdrängt. Ausschlaggebend für diese Entwicklung sind nach Ansicht der Forscher der Klimawandel und Änderungen in der Landnutzung. Sie fordern daher „Schutzmassnahmen und eine Anpassung der Bewirtschaftung“ ein. hs

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