Schweiz will klare Regeln für CO2-Handel

16. Dezember 2019 11:56

Madrid - Die Schweiz und eine Reihe von Schwellenländern wollen robuste Regeln für den Handel mit CO2-Emissionszertifikaten einführen. Damit reagieren sie auf die Blockade der 25. UN-Klimakonferenz.

Die Schweiz reagiert enttäuscht auf die Ergebnisse der 25. UN-Klimakonferenz in Madrid. Diese habe es namentlich nicht geschafft, klare Marktregeln für die Emissionsverminderungen im Ausland zu verabschieden, heisst es in einer Mitteilung des Bundesamtes für Umwelt (BAFU). Eine kleine Gruppe von Schwellenländern habe die Arbeiten blockiert. Diese würden nächstes Jahr fortgesetzt.

Allerdings will die Schweiz sich nicht auf mögliche Verhandlungserfolge an künftigen Klimakonferenzen verlassen. Sie hat sich zusammen mit einer Reihe von ambitionierten Schwellenländern verpflichtet, künftig robuste Regeln für den Handel mit CO2-Emissionszertifikaten anzuwenden. Zu diesen Ländern gehören Costa Rica, Belize, Kolumbien, Paraguay und Peru, aber auch die Marshall- und die Cook-Inseln sowie der Inselstaat Vanuatu. In Europa beteiligt sich auch Luxemburg an der Gruppe.

Laut einer Twitter-Meldung des Schweizer Chefunterhändlers Franz Perrez gehört zu diesen „San José-Prinzipien für hohe Ambition und Integrität“ die Regel, dass Emissionssenkungen nicht zweimal angerechnet werden dürfen. Damit soll verhindert werden, dass sowohl das zahlende Land als auch das Land, in dem die emissionssenkenden Massnahmen umgesetzt werden, sich die Emissionssenkungen gutschreiben lassen. Ausserdem sollen die bisherigen Emissionszertifikate, die teilweise viele Jahre alt sind, künftig nicht mehr angerechnet werden. Zudem sollen die Ziele für die Senkung des CO2-Ausstosses nicht so niedrig angesetzt werden, dass klimaschädliche Technologien auf lange Zeit angewendet werden können.

Die Staatengruppe lädt andere Staaten und Organisationen ein, ebenfalls diese robusten Regeln für den CO2-Emissionshandel anzuwenden. stk

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