Grünanlagen wie hier der Parc de Vanecy in Lausanne helfen gegen städtische Wärmeinseln. Bild: Steffen Klatt

Pflanzen helfen gegen Wärmeinseln

05. September 2019 10:23

Zürich - Grünflächen können die besondere Erhitzung von Städten mildern. Ein Forscherteam der ETH Zürich hat weltweit untersucht, welche Faktoren den Unterschied zwischen Stadt- und Umgebungstemperatur günstig beeinflussen können. Ihre Ergebnisse sind nützliche Informationen für Städteplaner.

Unter bestimmten Bedingungen können Grünflächen der Erhitzung von Städten, sogenannte Wärmeinseln, entgegenwirken. Wie aus einer Medienmitteilung hervorgeht, hat dies ein Forscherteam der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH), der Universität Princeton und der Duke University belegt. Es hatte untersucht, wie der mancherorts immer höhere Temperaturunterschied zwischen Stadt und Umgebung ausgeglichen werden kann. Bei der Untersuchung der Daten von 30.000 Städten und deren Umgebung zeigte sich, dass diese Bemühungen je nach regionalem Klima unterschiedlich effizient sind. 

Ihre Studie belegt, dass das Wärmeinsel-Phänomen zunimmt, je grösser eine Stadt ist und je mehr Niederschlag in der Region fällt. Jedoch würde eine von Tropenwäldern umgebene Stadt wie Singapur erst ab einer sehr grossen zusätzlichen Grünfläche deutlich kühler, während eine Wüstenstadt wie Phoenix schon von weniger zusätzlichem Grün stark profitieren würde. In tropischen Städten seien andere kühlende Faktoren wie Luftzirkulation, Schatten und neue hitzeabweisende Materialen effektiver. 

„Eine einheitliche Lösung gibt es nicht“, sagt Studienleiter und ehemaliger Postdoc an der Professur für Hydrologie und Wasserwirtschaft der ETH Zürich, Gabriele Manoli. Wer stadtspezifische Lösungen entwickeln wolle, brauche „zusätzliche Analysen und ein detailliertes Verständnis des Mikroklimas“, so Manoli. „Allerdings stehen diese Informationen Stadtplanern und Entscheidungsträgern nur in wenigen Städten – wie Zürich, Singapur oder London – zur Verfügung.“ mm

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