Unterhaus erklärt Klimanotstand

03. Mai 2019 14:10

London - Das britische Unterhaus hat als erstes nationales Parlament den Klimanotstand ausgerufen. Die Regierung muss jetzt innerhalb eines halben Jahres Massnahmen für den Klimaschutz und für den Übergang zur Kreislaufwirtschaft vorlegen. Das Land soll bis 2050 klimaneutral werden.

Grossbritannien geht in der Klimapolitik voran, zumindest symbolisch. Das Unterhaus hat am Mittwoch als erstes nationales Parlament den Klimanotstand ausgerufen. Das Land solle sich ehrgeizigere Klimaziele setzen und bis 2050 einen CO2-Ausschuss von netto Null erreichen. Es solle zudem auf das Konzept der Kreislaufwirtschaft setzen und auf Abfälle verzichten.

Die Vorlage war vom Labourvorsitzenden Jeremy Corbyn eingebracht worden. „Wir dürfen keine Zeit verlieren“, sagte Corbyn gemäss dem Protokoll der Debatte. „Wir erleben eine Klimakrise, die ausser Kontrolle zu geraten droht, wenn wir nicht rasch und dramatisch Massnahmen ergreifen.“ Es gehe darum, die irreversible Zerstörung der Umwelt zu verhindern.

Umweltminister Michael Gove von den Konservativen unterstützte den Vorschlag und machte deutlich, dass der Klimaschutz ein überparteiliches Anliegen sei. Er dankte ausdrücklich ehemaligen Umweltministern der Liberaldemokraten und der Labourpartei und selbst der Schottischen Nationalpartei für ihre klimapolitischen Anstrengungen. „Die Umwelt gehört uns allen, und der Kampf mit dem Klimawandel vereint uns alle“, so Gove. 

Die Vorlage wurde ohne Gegenstimmen verabschiedet. Sie fordert die Regierung auf, innerhalb von sechs Monaten Massnahmen für den Klimaschutz und für den Übergang zu einer abfallfreien Kreislaufwirtschaft vorzulegen. stk

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