Globale Schifffahrt wird sauberer

06. Januar 2020 14:31

London - Seit dem 1. Januar dürfen Treibstoffe für Schiffe nur noch maximal 0,5 Prozent Schwefel enthalten. Der Ausstoss an Schwefeloxiden soll dadurch um 77 Prozent gesenkt werden. In besonders empfindlichen Gebieten wie der Nord- und Ostsee liegt der Grenzwert noch niedriger.

Die Schifffahrt soll ihren Beitrag zur Verringerung der globalen Umweltverschmutzung beitragen. Auf den 1. Januar 2020 sind neue Grenzwerte der Internationalen Seefahrtsorganisation IMO für den Schwefelgehalt von Schiffstreibstoffen in Kraft getreten. Danach dürfen die Treibstoffe maximal nur noch 0,5 Prozent Schwefel enthalten. Laut einer Mitteilung der IMO soll damit der Ausstoss von Schwefeloxiden durch die Schifffahrt um 8,5 Millionen Tonnen gesenkt werden. Das entspricht einem Rückgang von 77 Prozent.

In sehr empfindlichen Ökosystemen ist der Grenzwert für den Schwefelgehalt bereits 2015 auf 0,10 Prozent abgesenkt worden. Zu diesen Regionen gehören in Europa die Nord- und die Ostsee.

Die Grundsatzentscheidung für die Absenkung der Grenzwerte wurde 2008 getroffen und 2016 bestätigt. „In den vergangenen drei Jahren haben die IMO-Mitgliedsstaaten, die Schifffahrtsbranche und die Treibstofflieferanten unermüdlich an der Vorbereitung dieser Absenkung des Schwefelgehalts gearbeitet“, wird IMO-Generalsekretär Kitack Lim in der Mitteilung seiner Organisation zitiert. „Ich bin überzeugt, dass der Nutzen bald fühlbar sein wird und die Umsetzung reibungslos verläuft.“

EU-Kommissarin Adina Vălean begrüsst die neuen Grenzwerte. „Mit dem Inkrafttreten des weltweiten Schwefelgrenzwerts haben wir einen wichtigen Meilenstein für die gesamte Seeverkehrsbranche erreicht“, wird sie in einer Mitteilung der EU zitiert. Brüssel gibt sich aber mit den neuen Grenzwerten nicht zufrieden. Ziel sei es, dass die globale Schifffahrt überhaupt keine Schadstoffe mehr ausstosse. „Der europäische Grüne Deal sieht ein Null-Schadstoff-Ziel vor – sowohl mit Blick auf die Klimaneutralität als auch in Bezug auf sonstige Umweltschadstoffe“, wird EU-Umweltkommissar Virginijus Sinkevičius in der Mitteilung zitiert. stk

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