Mini-Gewächshäuser ermöglichen nachhaltige Ernährung

05. August 2019 12:01

Lausanne - Masterstudenten der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) haben Mini-Gewächshäuser für Wohnräume entwickelt. So sollen sich Stadtbewohner selbst und nachhaltig mit Basilikum, Salat und Erdbeeren versorgen können.

Zwei Masterstudenten der EPFL haben Mini-Gärten für Wohnung und Büro entwickelt. Ihre bereits marktreifen Module können miteinander verbunden werden und funktionieren autonom. 

Ziel des Projekts ist es, Stadtbewohner zu Produzenten ihres eigenen frischen Obsts und Gemüses zu machen, so die EPFL auf ihrer Internetseite. Dadurch werden Plastikverpackungen unnötig. Auch Pestizide und gentechnisch optimierte Pflanzen können vermieden werden. Und weil die Nahrungsmittel nicht transportiert werden müssen, wird CO2 eingespart. Für ihre Idee haben die beiden Entwickler das Start-up Cauly gegründet. Biotechnik-Masterstudent und Geschäftsentwickler Tom Lachkar glaubt, dass es schon bald nicht mehr genügend landwirtschaftliche Nutzflächen geben werde. „Gewächshäuser wie die unseren könnten traditionelle Agrarbetriebe ersetzen.“

Das leicht bedienbare System besteht aus miteinander verbindbaren Modulen von der Grösse eines schmalen Sideboards. In jedem davon können bis zu 200 Pflanzen gedeihen. Sensoren und LED-Lampen regeln Licht, Temperatur- und Feuchtigkeit. Ein geschlossener, sparsamer Wasserkreislauf und natürliches Substrat ermöglichen optimales Wachstum. „Wir glauben“, so Lachkars Mitstudent und Start-up-CEO Grégoire Gentile, „dass man nicht mehr als 20 Minuten pro Woche zur Pflege der Gärten benötigt“.

Testhalber wurden in der EPFL-Cafeteria mit Unterstützung der institutseigenen Nachhaltigkeitsplattform Act for Change LAB und der Nachhaltigkeitsabteilung der Universität 18 Systeme mit 50 Pflanzen installiert. Zum Jahresende sollen die Module auf den Markt kommen und je rund 3000 Schweizer Franken kosten. mm

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