Fondsanleger berücksichtigen Nachhaltigkeit immer mehr

31. Juli 2020 12:30

Berlin - Laut einer Umfrage des Forums Nachhaltige Geldanlagen beziehen Finanzdienstleister Risiken bei der Nachhaltigkeit breit bei ihren Investitionen mit ein. Knapp 70 Prozent der Befragten haben angegeben, diese Risiken bei mehr als 80 Prozent aller verwalteten Fonds zu berücksichtigen.

Das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), der Fachverband für Nachhaltige Geldanlagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, hat in einer ersten Erhebung festgestellt, dass die Integration sogenannter ESG-Aspekte in die Geschäftsprozesse der Anbieter bereits in der Breite begonnen hat. Allerdings erst begonnen. Die Verankerung der Faktoren Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG) in Unternehmensprozessen wird in der FNG-Medienmitteilung als „noch ausbaufähig“ bezeichnet.

In dieser ersten FNG-Erhebung zu verantwortlichen Investitionen haben knapp 70 Prozent der Umfrageteilnehmer angegeben, ESG-Integration auf mehr als 80 Prozent aller verwalteten Fonds anzuwenden. Auch mit Blick auf die Anlageklassen zeigt sich eine breite Abdeckung. Rund 47 Prozent decken neben Aktien und Anleihen noch weitere Asset-Klassen ab. Das Volumen verantwortlicher Investments beläuft sich in Deutschland und Österreich laut FNG-Marktbericht 2020 auf inzwischen rund 1,7 Billionen Euro.

„ESG-Integration ist in Deutschland und Österreich bereits Standard bei Investments“, stellt Helge Wulsdorf, FNG-Vorstandsmitglied und einer der Autoren der Studie fest. „Der Trend zu immer mehr ESG-Integration bei konventionellen Fonds wird durch die qualitative Erfassung nun erstmals greifbar.“ Bei der Umsetzung und der Implementierung der ESG Integration in IT-Systeme besteht noch deutlicher Nachholbedarf. „ESG-Integration lässt sich nicht einfach per Knopfdruck für alle Investments umsetzen“, erläutert Matthias Stapelfeldt, ebenfalls FNG-Vorstandsmitglied und Autor der Studie. „Es handelt sich um einen langfristigen Prozess bis die ESG-Kompetenz auch alle unterstützenden Bereiche eines Finanzdienstleisters systematisch erfasst hat. Deutlich wird dies insbesondere an der fehlenden Implementierung in die IT-Systeme. Trotzdem zeigen die Asset Manager, dass sie auf die ab März 2021 geltende EU-Regulierung zu den Offenlegungspflichten schon jetzt gezielt reagieren.“ Erhoben wurden die Werte im Rahmen des FNG-Marktberichts Nachhaltige Geldanlagen 2020. gba

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