Wiederverwendung soll Energie sparen helfen

25. Mai 2020 12:18

Bern - Die Wiederverwendung von Baumaterialien könnte Energie sparen und Ressourcen schonen. Das Interesse daran wächst in der Schweiz, zeigt eine Studie für das Bundesamt für Umwelt. Doch die Akteure sind zu wenig vernetzt. Nun soll die Wiederverwendung in Baunormen einfliessen.

Bei Umbauten und Abrissen fallen in der Schweiz jährlich 17 Millionen Tonnen Abfall an. Zwei Drittel werden wieder aufbereitet, heisst es in einer Mitteilung des Bundesamts für Umwelt (BAFU). Das schont die Ressourcen, ist aber energetisch aufwendig. Die Wiederverwendung von ganzen Bauteilen könnte den Energieaufwand in vielen Fällen drastisch reduzieren. 

Eine Studie im Auftrag des BAFU hat nun den Stand der Wiederverwendung von Bauteilen in der Schweiz untersucht. Ihr Ergebnis: Der Ressourcenverbrauch für neue Gebäude ist kontinuierlich gestiegen; die meisten Bauteile werden bei Abrissen und Umbauten entsorgt, auch dann, wenn sie noch funktionstüchtig wären. Zwar steigt das Bewusstsein für die Bedeutung der Wiederverwertung. Aber eine ganze Reihe von Hindernissen hemmt die praktische Umsetzung. 

So fehlt das Wissen um die Möglichkeiten der Wiederverwendung, zudem passt diese nicht zu den heutigen Gewohnheiten der Bauwirtschaft. Die Verfahren zur Wiederverwendung, aber auch die Lagerung von Bauteilen sind noch zu teuer. Auch die Normen sind noch auf den einmaligen Gebrauch und die anschliessende Entsorgung oder Wiederaufbereitung der Bauteile ausgerichtet. Zudem sind die Akteure der Wiederverwendung zu wenig vernetzt und organisiert.

Die Studie regt daher an, eine Informations- und Austauschplattform zu schaffen und eine Dachorganisation der Akteure ins Leben zu rufen. Das BAFU wiederum will laut seiner Mitteilung „die Wiederverwendung als Mittel zur Förderung der Kreislaufwirtschaft in den entsprechenden SIA-Normen und Nachhaltigkeitslabels verankern, um damit den Umweltfussabdruck von Bauwerken weiter zu senken“, schreibt es in seiner Mitteilung zur Studie.

Die Studie wurde von SALZA, der Betreiberin der gleichnamigen Internetplattform für den Austausch von Bauelementen, und dem Verein Matériuum erstellt, der sich für die Verlängerung der Lebensdauer von Baumaterialien einsetzt. Die Autoren befragten für die Studie rund 150 Akteure der Baubranche und der Wiederverwendung. stk

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