Zwei ETH-Forscher erhalten Europäischen Erfinderpreis

18. Juni 2021 12:33

München/Zürich - Das Europäische Patentamt hat das Forscherduo Wendelin Stark und Robert Grass mit dem Europäischen Erfinderpreis 2021 ausgezeichnet. Ihre in DNA eingelesenen Daten werden in winzigen Glaskugeln geschützt. Sie sind 10'000-mal dünner als ein Blatt Papier.

Der Schweizer Forscher Wendelin Stark und sein österreichischer Kollege Robert N. Grass sind am Donnerstag vom Europäischen Patentamt (EPA) mit dem Europäischen Erfinderpreis 2021 in der Kategorie Forschung ausgezeichnet worden. Beide arbeiten am Departement für Chemie und Angewandte Biowissenschaften der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) zusammen.

Sie haben ein neues Verfahren für die Konservierung von Daten entwickelt. Dabei werden in genetischen Code umgewandelte digitale Informationen in winzigen Glaskugeln künstlich konserviert. Vorbild dafür sind in Fossilien über Hunderttausende von Jahren erhaltene DNA-Stücke. In ihrer Bekanntgabe der diesjährigen Gewinner schreibt das EPA, sie hätten damit ein Speicherungsverfahren mit dem Potenzial geschaffen, „wertvolle Daten über Jahrtausende zu sichern, und zugleich einen robusten DNA-Barcode“.

Die Technik sei bereits eingesetzt worden, um unterirdische Wasserflüsse und Produkte in Lieferketten nachzuverfolgen, heisst es in einer weiteren EPA-Mitteilung über das Forscherduo. Auch das Album „Mezzanine“ der Musikgruppe Massive Attack hätten sie in Stränge synthetischer DNA kodiert und im DNA-Format in einer Sprühdose mit rund 1 Million DNA-Kügelchen wiederveröffentlicht.

„Wir stellen uns in nicht allzu ferner Zukunft eine Welt vor, in der das Lesen von DNA eine Alltagsanwendung ist“, wird Grass zitiert. „In dem Umfeld, in dem wir arbeiten, ist das Lesen und Schreiben von DNA so, als würde man einen Stift und Papier nutzen – ein ganz alltägliches Medium, mit dem Menschen leicht umgehen können.“

Die ETH hatte auf die Erfindung von Grass und Stark ein europäisches Patent angemeldet. Es wurde 2018 erteilt. Mit diesem und anderen Patenten haben die beiden Forscher diese Technologie inzwischen über die ETH-Ausgründung Haelixa kommerzialisiert. mm

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