Zurbrügg rechnet mit langsamer Erholung der Wirtschaft

02. Juni 2020 11:45

Zürich - Fritz Zurbrügg, Direktor der Schweizerischen Nationalbank, geht davon aus, dass die Erholung der Wirtschaft nach der Krise länger andauern wird. Die Normalisierung der Zinssätze rückt zudem weiter in die Ferne.

Fritz Zurbrügg glaubt nicht an eine schnelle Erholung der Wirtschaft nach der Krise. Der Einbruch sei „sehr rasch und heftig“ gewesen, sagt der Direktor der Schweizerischen Nationalbank (SNB) in einem Interview mit „Schweiz am Wochenende“. Weite Teile der Wirtschaft mussten zum Schutz der Bevölkerung „gewissermassen per Knopfdruck“ abgestellt werden. „Das Tempo bei der Erholung wird aber nicht so hoch sein, das wird mehr Zeit brauchen“, so Zurbrügg.

Der Nachfrageeinbruch, Lieferprobleme, die Arbeitslosigkeit sowie die Verunsicherung der Unternehmen und Konsumenten würden den Aufschwung verzögern. Ausserdem sei laut Zurbrügg unklar, ob eine zweite Ansteckungswelle folgen wird und welche Einschränkungen mit so einer zweiten Welle verbunden sein würden.

Mit der Corona-Krise rückt auch die Aufhebung der Negativzinsen weiter in die Ferne. „Wir warten schon lange auf die Normalisierung bei den Zinssätzen“, so Zurbrügg. Eine rasche Normalisierung sei durch die Pandemie aber „noch unrealistischer“ geworden.

Die SNB verfolge auch die Entwicklungen im Ausland laufend. Aber auch wenn es zu Zinssenkungen im Ausland kommen würde, dürfte zumindest vorerst keine weitere Senkung in der Schweiz anstehen. „Grundsätzlich haben wir noch Spielraum sowohl bei der Bilanz als auch bei den Zinssätzen“, so Zurbrügg. ssp

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