Zürich will Mehrwegsysteme etablieren

12. Juli 2021 10:19

Zürich - Greenpeace hat die Mehrweglösungen der grössten Kantonshauptstädte untersucht. Während Basel und Bern gut bewertet werden, erhält Zürich schlechte Noten. Die Stadt kündigt eine Kampagne an, die zur Etablierung von Mehrwegsystemen beitragen soll.

Greenpeace hat für eine Studie die Mehrweglösungen der 15 bevölkerungsreichsten Kantonshauptstädte miteinander verglichen. Nach Auswertung der Antworten der Städte sind letztlich 14 in die Wertung aufgenommen worden. Laut einer Medienmitteilung der Umweltschutzorganisation rangieren dabei Basel und Bern mit Noten von 5,5 und 5 an der Spitze. Mit einer Note von 2,0 liegen Zug, Chur, Frauenfeld, Zürich und Schaffhausen am Ende der Rangliste. Diese Städte hätten „im Bereich Mehrweggeschirr bisher keine nennenswerten Anstrengungen unternommen“.

Die Stadt Zürich reagiert in einer eigenen Mitteilung auf die Kritik. So würde die Dienstabteilung Entsorgung + Recycling Zürich (ERZ) beim Thema Mehrweglösungen neben Sensibilisierung und Beratung auch weiterhin auf freiwillige Massnahmen setzen. Diese seien in der Studie jedoch nicht berücksichtigt worden. Zudem würden nur wenige Plastikabfälle im städtischen Umfeld in der Umwelt landen. Mehrweggeschirr würde zwar gegenüber Einweggeschirr hinsichtlich des Ressourcenverbrauchs echte Chancen für ökologische Verbesserungen bieten. Dazu sei es aber notwendig, dass es tatsächlich mehrfach genutzt wird. Eine gesetzliche Verpflichtung hierzu ist laut der Stadt Zürich nur bedingt geeignet, um nachhaltige Verbesserungen zu erreichen.

Die Stadt bekräftigt jedoch ihre Absicht, Mehrwegsysteme zu etablieren. Dazu hält sie eine Zusammenarbeit mit Gastronomie, Detailhandel, Veranstaltern sowie Konsumentinnen und Konsumenten für notwendig. Die ERZ bereite dafür aktuell eine entsprechende Kampagne vor. Zudem habe sich die Stadt zum Ziel gesetzt, „die Abfallmenge an Grossveranstaltungen wie dem Züri Fäscht oder der Street Parade um die Hälfte zu reduzieren. Der Tatbeweis kann mit den nächsten Durchführungen erbracht werden.“ jh

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