Zürich findet keinen Käufer für seine Kernkraft

25. November 2020 12:32

Zürich - Die Stadt Zürich soll ihre Beteiligungen an Kernkraftwerken bis 2034 verkaufen. Doch nur zwei Tochtergesellschaften nichteuropäischer Firmen interessieren sich für das Paket. Die Stadt stellt ihre Verkaufsbemühungen daher ein.

Die Stadt Zürich ist über ihr Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (ewz) mit 15 Prozent an der Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG und mit 20,5 Prozent an der Aktiengesellschaft für Kernenergiebeteiligungen Luzern (AKEB) beteiligt. Letztere verwaltet Stromlieferverträge mit den Kernkraftwerken Bugey und Cattenom in Frankreich und Leibstadt in der Schweiz. 2016 beauftragte das Stimmvolk die Stadt, bis 2034 aus der Kernkraft auszusteigen und die Beteiligungen zu verkaufen. Der Gemeinderat hat 2018 für den Verkaufsprozess 2,2 Millionen Franken zur Verfügung gestellt.

Das ewz hat laut einer Mitteilung des Stadtrates mit rund hundert möglichen Interessenten weltweit gesprochen. Unter den wenigen unverbindlichen Angeboten war keines aus der Schweiz. Nur zwei Angebote erfüllten zumindest die betriebswirtschaftlichen Kriterien für einen Verkauf. Beide stammen aber von Tochtergesellschaften nichteuropäischer Unternehmen.

Der Stadtrat will die Verhandlungen nicht fortführen. Die Erfolgschancen seien gering, die Eigentumsverhältnisse auch wegen Vorkaufsrechten und Einsprachemöglichkeiten komplex. Weitere Verhandlungen würden bis zu 6 Millionen Franken kosten. Falls später doch noch Verkaufschancen bestehen, will der Stadtrat wieder aktiv werden. stk

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