Zürcher Handelskammer fördert nachhaltige Innovation

19. Mai 2020 14:20

Zürich - Die Zürcher Handelskammer unterstützt ihre Mitgliedsunternehmen darin, langfristig nachhaltiger zu wirtschaften. Sie lanciert hierzu eine Kooperation mit der gemeinnützigen Organisation B Lab, deren Programm „Swiss Triple Impact“ Unternehmensfortschritte möglich und sichtbar macht.

Rund 60 Mitgliedsunternehmen der Zürcher Handelskammer (ZHK) erhalten im Rahmen der Kooperation Förderung, wenn sie am Programm „Swiss Triple Impact“ (STI) teilnehmen. Dieses hilft dabei, die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (SDG) individuell umzusetzen. Dazu zählt etwa, verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster zu etablieren. Die SDG sollen laut UNO bis 2030 erreicht werden – eine Aufgabe, die auch die ZHK als zukunftsweisend betrachtet. Dazu sagte Regine Sauter, Direktorin der ZHK, im Pressegespräch zur Lancierung der Partnerschaft: „Als Wirtschaftsverband, der sich auch für Wissensvermittlung und ein gestärktes Netzwerk einsetzt, freuen wir uns über die Partnerschaft mit B Lab – so können Mitgliedsunternehmen so effizient wie möglich nachhaltige Ziele in den Blick nehmen.“ Momentan ist B Lab grossteils in der Westschweiz etabliert, mit der Kooperation soll das Programm in der gesamten Schweiz besser Fuss fassen.

Bei den grossen Herausforderungen der heutigen Zeit setzt die ZHK auf ein Projekt, das aus Eigeninitiative entstanden ist und nicht auf staatliche Steuerung baut. Diesen Punkt betonte ZHK-Präsidentin Karin Lenzlinger im Gespräch. „Es ist falsch, auf die Politik zu warten. Die Unternehmen müssen selbstständig und mit gutem Beispiel vorangehen”, so Lenzlinger. STI überzeuge insbesondere durch seine individuelle Ausrichtung, die auch kleineren und mittleren Unternehmen einen guten Einstieg ermögliche. Mithilfe des STI bestehe für die Wirtschaft die Chance, eine Qualitäts- oder auch Innovationsführerschaft im internationalen Vergleich zu erreichen. Zur Einführung gibt die ZHK die Möglichkeit, an digitalen Einführungskursen teilzunehmen. 

Konkret stellt B Lab ein dreistufiges Programm vor, das Unternehmen im Erreichen einzelner Vorsätze unterstützt. Dabei setzt das Unternehmen Prioritäten und definiert auf dieser Basis Massnahmen, deren Wirksamkeit kontinuierlich gemessen werden. Laut Josephine Herzig, STI Program Lead Zurich von B Lab, will STI in der Schweiz über 3000 Unternehmen für das Programm gewinnen.

Bereits mit der Umsetzung begonnen hat die Semadeni Plastics Group aus Ostermundigen BE. Deren Geschäftsführer Patrick Semadeni versteht die Teilnahme als grosse Chance und stellt fest: „Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Innovationstreiber, denn langfristig geht es um existenzielle Fragen.“ Um mehr Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, habe das Management Fokusbereiche herausgegriffen. Unter anderem sei geplant, künftig ausschliesslich energieeffiziente Maschinen anzuschaffen, noch mehr Wert auf Kreislaufwirtschaft zu legen und etwa auch auf geschlechtsspezifische Unterschiede bei Löhnen zu achten. smd

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