Zürcher Forscher machen Gold mit Plastik leichter

10. Januar 2020 14:27

Zürich - Wissenschaftler der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich haben eine Methode gefunden, die metallischen Legierungselemente von 18-karätigem Gold durch Kunststoffe zu ersetzen. Ihr Leichtgold könnte in der Schmuck- und Uhrenherstellung oder im Elektronikbereich verwendet werden.

Herkömmliches 18-Karat-Gold besteht zu einem Viertel aus Kupfer und bringt pro Kubikzentimeter 15 Gramm auf die Waage, informiert die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH) in einer Mitteilung. Forscher der ETH haben ein neues 18-Karat-Gold geschaffen, das pro Kubikzentimeter nur 1,7 Gramm schwer ist. In diesem Leichtgold werden die metallischen Legierungselemente durch Proteinfasern und ein Latexpolymer ersetzt. Das von den Forschern als Plastikgold bezeichnete Edelmetall enthält zudem winzige Lufteinschlüsse, die sein Gewicht reduzieren.

„Dieses Gold hat Materialeigenschaften eines Plastiks“, wird Raffaele Mezzenga, Professor für Lebensmittel und weiche Materialien an der ETH, in der Mitteilung zitiert. Das beim Aufprall auf den Boden wie Plastik klingende Leichtgold glänze jedoch wie metallenes Gold und liesse sich „polieren und bearbeiten, um es in die richtige Form zu bringen“, heisst es in der Mitteilung. Durch die Verwendung verschiedener Trägermaterialien und verschieden geformter Gold-Nanopartikel können dem Plastikgold zudem unterschiedliche Eigenschaften und sogar unterschiedliche Farbtöne verliehen werden.

Als Einsatzbereiche ihres Plastikgolds schweben den Wissenschaftler insbesondere die Herstellung von Schmuck und Uhren vor. Es könnte aber auch in der chemischen Katalyse, bei Elektronikanwendungen oder für die Abschirmung radioaktiver Strahlung Verwendung finden. hs

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