Zimmer Biomet verlegt Europa-Hauptsitz nach Zug

19. Februar 2020 12:47

Winterthur/Zug - Das Medtech-Unternehmen Zimmer Biomet wird seinen europäischen Hauptsitz von Winterthur nach Zug verlegen. Dabei werden bis zu 130 Stellen nach Zug verlagert. Angezogen wurde die Firma vom Zuger Medtech-Cluster und den tiefen Steuern.

Der amerikanische Implantate-Hersteller Zimmer Biomet wird seinen Hauptsitz für die Region Europa, Naher Osten, Afrika (EMEA) von Winterthur nach Zug verlegen. Dies hat eine Firmensprecherin gegenüber der „Luzerner Zeitung“ bestätigt. „Wir haben Räumlichkeiten in fussläufiger Distanz zum Bahnhof Zug angemietet, die nun bezugsfertig gemacht werden“, wird sie in einem Artikel der Zeitung zitiert.

Zimmer Biomet plane, bis Ende Jahr 130 Stellen von Winterthur nach Zug zu verlegen. Der Grossteil der Beschäftigten bleibe aber in Winterthur, wo das Unternehmen eine seiner weltweit grössten Produktionsstätten mit rund tausend Angestellten betreibt.

„Wir haben in Winterthur über die vergangenen Jahrzehnte einen starken und erfolgreichen Fertigungsstandort etabliert. Zimmer Biomet hält am Standort Winterthur und am Standort Schweiz im Allgemeinen weiterhin fest“, wird EMEA-Chef Didier Deltort im Artikel zitiert.

Laut der Firmensprecherin hat sich Zimmer Biomet insbesondere dank des Medtech-Clusters in Zug für den neuen Standort entschieden. Der Kanton Zug sei für Talente in der Medtech-Branche sehr attraktiv. „Er ist bekannt als ein Zentrum für die Pharma- und Medizinaltechnikindustrie, das hochqualifizierte Arbeitskräfte aus aller Welt anzieht. Wir gehen davon aus, dass die Zimmer-Biomet-Organisation dort von einem positiven ökonomischen Geschäftsumfeld profitieren wird“, sagte sie gegenüber der Zeitung.

Standortförderer gehen laut der „Luzerner Zeitung“ davon aus, dass auch die tieferen Steuern in Zug ausschlaggebend für den Umzug waren. Während Zug seine Gewinnsteuern auf rund 12 Prozent gesenkt hat, bleiben die Gewinnsteuern im Kanton Zürich auch mit der für das nächste Jahr geplanten Senkung auf 19,7 Prozent vergleichweise hoch. „Vor so einem Szenario habe ich im Zusammenhang der Steuervorlagen gewarnt“, sagte der Winterthurer Stadtpräsident Michael Künzle dem „Landboten“. ssp

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