WSL und Eawag wehren sich gegen Fusion

15. Mai 2020 14:19

Birmensdorf/Davos/Dübendorf - Die Forschungsinstitute WSL und Eawag haben Vorbehalte gegen die geplante Zusammenführung in einer Forschungsanstalt für Umwelt und Nachhaltigkeit. Der ETH-Rat stellt die Fusion nun nochmals auf den Prüfstand. 

Der ETH-Rat hat im Dezember beschlossen, eine neue Forschungsanstalt für Umwelt und Nachhaltigkeit zu schaffen. Dafür wollte er die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) in Birmensdorf ZH, zu der auch das Institut für Schnee-und Lawinenforschung (SLF) in Davos gehört, und die Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (Eawag) in Dübendorf ZH zusammenführen. Das gemeinsame Dach und die gemeinsame Leitung sollten es den beiden Institutionen ermöglichen, sich strategisch fokussierter auszurichten und die notwendige kritische Grösse zu erlangen, hiess es dazu im Dezember in einer Mitteilung des ETH-Rates. Auch die internationale Sichtbarkeit sollte gestärkt werden

Doch die betroffenen Institutionen haben Vorbehalte, wie der ETH-Rat nun in einer Mitteilung schreibt. Sie stellten das Verhältnis von Kosten und Nutzen und den Mehrwert einer Fusion in Frage. „Eine Zusammenführung von lediglich WSL und Eawag würde zudem nur einen Teil der Kompetenzen zusammenbringen, welche im ETH-Bereich vorhanden sind“, heisst es in der Mitteilung. 

Der ETH-Rat tritt nun auf die Bremse. Er will die Arbeiten an einem Vorentwurf für eine Verordnung des Parlaments zurückstellen. Immerhin begrüsst das Strategieorgan des ETH-Bereichs, dass es eine breite Unterstützung für das Ziel gebe, „die Aktivitäten im Bereich Umwelt und Nachhaltigkeit zu stärken“. Nun solle vertieft geprüft werden, wie das Ziel erreicht werden könne. stk

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