Wirkung der Stellenmeldepflicht ist beschränkt

15. Juni 2021 12:17

Bern - Die Stellenmeldepflicht hat keine erhebliche Auswirkung auf die Arbeitslosigkeit und die Zuwanderung, zeigt ein Bericht des Staatssekretariats für Wirtschaft. Es handelt sich allerdings um eine noch junge Massnahme und die Arbeitslosigkeit war in der Berichtsperiode tief, so der Bund.

Die Stellenmeldepflicht ist im Rahmen der Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative im Jahr 2018 eingeführt worden. Sie soll dazu beitragen, dass Arbeitgeber zuerst inländische Kandidaten in Betracht ziehen, bevor sie im Ausland nach Personal suchen. Die Wirksamkeit der Massnahme wird laufend vom Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) untersucht.

Zwei Berichte für die Jahre 2019 und 2020 zeigen, dass die Stellenmeldepflicht rechtskonform und effizient umgesetzt wurde, wie aus einer Medienmitteilung hervorgeht. Im Vergleich zum Jahr 2019 wurde der Informationsvorsprung von Stellensuchenden 2020 etwas stärker genutzt. Ausserdem konnte die Vermittlungsquote der Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) trotz der COVID-19-Pandemie leicht erhöht werden. Allerdings konnte insgesamt keine erhebliche Wirkung auf die Arbeitslosigkeit und die Zuwanderung festgestellt werden.

Der Bund betont in seiner Mitteilung aber auch, dass die Massnahme noch neu ist und in einer Phase mit tiefer Arbeitslosigkeit eingeführt wurde. Das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) soll nun gemeinsam mit dem Eidgenössischen Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) und unter Einbezug der Kantone und Sozialpartner dem Bundesrat bis 2024 einen weiteren Bericht erstellen. Dieser soll eine Übersicht zur Umsetzung aller bereits ergriffenen Massnahmen zur Förderung des inländischen Arbeitskräftepotenzials erstellen und diese evaluieren. ssp

Aktuelles im Firmenwiki