Winterversorgung mit Strom soll ausgebaut werden

04. Juni 2021 11:59

Bern - Die Eidgenössische Elektrizitätskommission empfiehlt eine erhebliche Steigerung der Winterproduktion von Strom aus erneuerbaren Quellen. An ihrer Jahresmedienkonferenz stellte sie fest, dass bisherige Massnahmen die Importabhängigkeit der Schweiz nicht wesentlich mindern.

Die Eidgenössische Elektrizitätskommission (ElCom) hat an der Jahresmedienkonferenz am Freitag ihren Tätigkeitsbericht vorgelegt. Dabei wies die unabhängige staatliche Aufsichtsbehörde für die Elektrizität im Lande auf die Risiken der hohen Importabhängigkeit der Schweiz im Winter hin. Zwar habe die Politik den Handlungsbedarf bezüglich der Winterproduktion von erneuerbarem Strom grundsätzlich erkannt. Doch seien die geplanten Massnahmen nicht ausreichend.

Nach Abschaltung der Kernkraftwerke werde der Importbedarf im Winterhalbjahr auf weit über 10 Terawattstunden (TWh) ansteigen, heisst es in einer entsprechenden Medienmitteilung. Weil Kern- und Kohlekraftwerke auch in den Nachbarländern teils oder ganz vom Netz genommen würden, werde gleichzeitig auch die Exportfähigkeit der Nachbarländer sinken. Deshalb „empfiehlt die ElCom, dass in der Schweiz mindestens so viel Winterproduktion bereitgestellt wird, dass im Winterhalbjahr nicht mehr als 10 TWh importiert werden müssen“.

Im Verlauf ihrer Medienkonferenz wies die ElCom auch auf die im europaweiten Vergleich besonders hohe Versorgungsqualität in der Schweiz hin. Endverbraucher müssten hierzulande nur alle 3,1 Jahre mit einer Störung rechnen. Zudem könne die Übertragung des 7000 Kilometer langen Höchstspannungsnetzes der Schweiz an Swissgrid nun abgeschlossen werden. Und schliesslich will die ElCom stärker gegen Unterdeckungen der Netzbetreiber vorgehen. mm

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