Windkraft auf hoher See erzielt neuen Rekord

06. Februar 2020 12:14

Brüssel - Der Ausbau der Windkraft auf hoher See hat 2019 in Europa mit 3,6 Gigawatt einen Rekord erzielt. Am stärksten hat Spitzenreiter Grossbritannien zugelegt. Bei einigen Auktionen gewannen Anlagen, deren Strom für den Konsumenten billiger als fossiler oder Atomstrom sein wird.

In Europa sind 2019 insgesamt zehn neue Windparks auf hoher See in den Gewässern von fünf Ländern in Betrieb genommen worden, teilt WindEurope mit, die Interessenvertretung der europäischen Windindustrie. Grossbritannien erhöhte seine Kapazität um 1,7 Gigawatt. Das entspricht fast der Hälfte des gesamten Zubaus von 3,6 Gigawatt. Deutschland folgte mit 1,1 Gigawatt, Dänemark mit 374 Megawatt und Belgien mit 370 Megawatt.

Die Gesamtkapazität der Windkraft auf hoher See erhöhte sich damit auf 22 Gigawatt. Auch hier liegt Grossbritannien mit 40 Windparks und einer Kapazität von 9,9 Gigawatt an der Spitze, gefolgt von Deutschland mit 28 Windparks und einer Kapazität von 7,4 Gigawatt und Dänemark mit 14 Windparks und 1,7 Gigawatt.

Portugal hat 2019 mit WindFloat Atlantic einen schwimmenden Windpark in Betrieb genommen. Mit seiner Kapazität von 8 Megawatt erhöht sich die Gesamtkapazität schwimmender Windparks in Europa auf 45 Megawatt. Auch Frankreich, Grossbritannien und Norwegen planen schwimmende Windparks.

Der Preis von Strom aus Windparks auf hoher See dürfte weiter sinken. Bei Auktionen für neue Windparks in Grossbritannien, Frankreich und den Niederlanden lagen die Strompreise zwischen 40 und 50 Euro pro Megawattstunde und damit unter den Preisen von Strom aus neuen Gas-, Kohle- und Atomkraftwerken.

WindEurope erhöht daher seine Prognose für den Ausbau der Windkraft auf hoher See. Die Organisation rechnet neu mit einer installierten Kapazität von 100 Gigawatt bis 2030. Bisher ging sie von 76 Gigawatt aus. Allerdings müsste der jährliche Zubau auf 7 Gigawatt steigen, um die Ziele der EU bis 2050 zu erreichen. stk

Aktuelles im Firmenwiki