VSE kritisiert Solarplan von Roger Nordmann

08. August 2019 15:41

Aarau - Der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) sieht Roger Nordmanns Ideen zur Energiezukunft kritisch. Nordmann, Nationalrat und Swissolar-Präsident, hat diese in seinem neuen Buch „Sonne für den Klimaschutz“ präsentiert.

Auf französischer Sprache ist das Buch „Sonne für den Klimaschutz“ von Roger Nordmann bereits seit einiger Zeit erschienen, nun ist es auch auf Deutsch zu bestellen. Der SP-Nationalrat und Präsident des schweizerischen Fachverbands für Sonnenenergie Swissolar legt damit einen „Solarplan für die Schweiz“ vor. Als Schlüssel für eine klimaneutrale Zukunft sieht er die Photovoltaik und beschreibt, wie die Schweiz vor allem mit ihrer Hilfe bis 2050 die selbst verbrauchte Elektrizität selbst produzieren könnte. Der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) betont in einer Stellungnahme zum Buch, man sei prinzipiell wie Nordmann von der Schweizer Energiestrategie 2050 überzeugt. Auch gehe man davon aus, dass sich vor allem Photovoltaik durchsetze. Doch in Bezug auf die Instrumente, respektive den Ordnungsrahmen, wie dieses Zielbild erreicht werden solle, wichen die Vorstellungen des VSE von jenen Nordmanns ab.

Nordmann geht laut VSE davon aus, dass zur Umsetzung der Solarzukunft die Mittel aus dem heutigen Netzzuschlag von 2,3 Rappen ausreichen. Doch es seien Investitionen in den Substanzerhalt der Wasserkraft dringend notwendig. Es sei ein Trugschluss, dass die Wasserkraft unter den aktuellen Rahmenbedingungen gesichert sei. Zudem brauche es umfangreiche Netzverstärkungen. Die Belastungen für das Netz würden von Roger Nordmann unterschätzt. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass Nordmann eine Weiterführung der Abnahme- und Vergütungspflicht fordere, was nach Ansicht des VSE mit einer Marktöffnung inkompatibel sei. Generell wird resümiert: „Netztechnische, regulatorische, energiewirtschaftliche und auch gesellschaftliche Wechselwirkungen berücksichtigt er zu wenig“, heisst es. Dazu bräuchte es eine gesamtheitlichere Betrachtung. Doch es bliebe die angeregte Diskussion, an der VSE und Swissolar aktiv teilhaben. yvh

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