Vermeidung von Lebensmittelabfällen darf etwas kosten

18. September 2020 14:50

Zürich - Die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung würde stärkere und verbindliche Massnahmen zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen unterstützen. Dies stellt eine Studie der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich fest. Ihr zufolge darf das Essen dafür auch mehr kosten.

In der auch von der Schweiz getragenen UN-Agenda 2030 wird die Halbierung der Nahrungsmittelverluste bis 2030 angestrebt, informiert die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH) in einer Mitteilung. Die Erreichung dieses Ziels hänge in hohem Masse von der Unterstützung durch die Schweizer Bevölkerung ab, heisst es dort weiter. Um diese auszuloten haben Forschende der ETH-Professur für Politikwissenschaften eine repräsentative Befragung durchgeführt.

Den Ergebnissen zufolge betrachtet eine grosse Mehrheit der Schweizer Bevölkerung Lebensmittelabfälle als moralisches, wirtschaftliches und zum Teil auch als die Umwelt betreffendes Problem. Zudem sei überwiegend bekannt, dass rund ein Drittel der für den Konsum produzierten Lebensmittel als Lebensmittelabfälle endeten. Bei der Frage der Verantwortlichen werde jedoch die Rolle der Gastronomie und des Handels überschätzt, während der Anteil des Haushalte und der Lebensmittelverarbeitung unterschätzt werde, schreibt die ETH.

Eine Mehrheit der Befragten spreche sich für stärkere und verbindliche Vorgaben des Staates aus, wird in der Mitteilung weiter erläutert. Konkret werden hier unter anderem staatlich finanzierte Informationskampagnen, die stärkere Behandlung des Themas in Schulen und Berufsbildungseinrichtungen und die Einführung von Vorschriften für Unternehmen im Umgang mit Lebensmitteln mit bevorstehendem Ablaufdatum genannt. Als Eigenanteil wäre eine Mehrheit der Bürger bereit, 10 Prozent höhere Preise für Lebensmittel zu zahlen. hs

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