USI-Forschende identifizieren Immunregulation

17. März 2020 10:16

Bellinzona - Am Institut für biomedizinische Forschung der Universität der italienischen Schweiz (USI) haben Wissenschaftler einen Mechanismus entdeckt, der die Immunreaktion reguliert. Er hilft zu verstehen, was bei vielen Arten von Krankheiten geschieht, auch bei der Covid-19-Pandemie. Auf lange Sicht kann diese Entdeckung zu neuen Therapien führen.

Eine Gruppe von Forschern des Instituts für biomedizinische Forschung (Istituto di Ricerca in Biomedicina, IRB) in Bellinzona hat laut einer Medienmitteilung ein molekulares Netzwerk identifiziert, das für eine angemessene Immunreaktion verantwortlich ist. Dafür hat das Institut, das der USI angegliedert ist, mit dem Europäischen Institut für Onkologie (Istituto Europeo di Oncologia, IEO) in Mailand zusammengearbeitet. Die Ergebnisse wurden am Dienstag in der Fachzeitschrift „Nature Immunology“ veröffentlich. 

Die Wissenschaftler untersuchten die Reaktionen von T-Lymphozyten, den grundlegenden Zellen des Immunsystems. „Die Aktivitäten dieser Zellen basieren auf einem empfindlichen Gleichgewicht“, erklärt die Direktorin des IRB und Leiterin der Forschungsgruppe, Silvia Monticelli. „Einerseits müssen sie die Abwehr des Körpers gewährleisten, aber andererseits auch das Risiko eines möglichen Schadens begrenzen.“ Denn eine übermässige Immunreaktion schädigt möglicherweise das Gewebe. Das wiederum kann die Ursache vieler chronischer Entzündungskrankheiten wie etwa Multiple Sklerose sein.

Mit ihrer Arbeit hat die Forschungsgruppe ein Netzwerk von miteinander verbundenen regulatorischen Genen identifiziert, die die entzündungsfördernde und potenziell pathogene Reaktion von T-Lymphozyten fördern oder unterdrücken können. Dies sei grundlegend, um zu verstehen, was bei vielen Arten von Krankheiten, einschliesslich Infektionskrankheiten wie auch Covid-19, geschieht. „Die Hoffnung ist immer, dass uns eine energische Forschung in diesem Sinne zu neuen Therapien führt“, auch wenn dies Zeit und Geduld erfordere und die Ergebnisse fast immer erst Jahre später zu sehen seien.

Die Studie wird vom Schweizerischen Nationalfonds für Forschung (SNF), der Schweizerischen Multiple-Sklerose-Gesellschaft und der Ceresio-Stiftung finanziell unterstützt. mm

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