US-Handelskammer warnt vor Bruch mit China

18. Februar 2021 15:11

Washington - Die US-Handelskammer warnt die Regierung Biden vor einem Bruch mit China als Handelspartner. Die amerikanische Wirtschaft würde allein durch hohe Zölle 190 Milliarden Dollar pro Jahr verlieren. Hinzu kämen Verluste bei Kapitalgewinnen und im Handel mit Dienstleistungen.

Die Regierung in Washington hat gewechselt, ihre Skepsis gegenüber China ist geblieben. Die US-Handelskammer hat nun errechnet, was ein vollständiger Bruch mit dem Handelspartner China bedeuten würde. 

Laut ihrer Analyse würde die Einführung von Zöllen in Höhe von 25 Prozent auf den gesamten Warenhandel die amerikanische Wirtschaft 190 Milliarden Dollar pro Jahr an entgangenen Einnahmen kosten. Wenn die amerikanischen Direktinvestitionen in China halbiert würden, entgingen der amerikanischen Wirtschaft 25 Milliarden Dollar pro Jahr an Kapitalgewinnen, zusätzlich zu einem Einmalverlust von 500 Milliarden. Blieben chinesische Touristen und Studenten aus, kostete das 30 Milliarden pro Jahr. 

Einzelne Wirtschaftszweige würden besonders leiden. „Die volle Abnabelung der USA von China würde die amerikanische Führung in der Halbleiterindustrie untergraben“, wird John Neuffer, Chef des amerikanischen Branchenverbandes der Halbleiterindustrie, in einer Mitteilung der Handelskammer zitiert. Die amerikanischen Flugzeugbauer verlören zwischen 38 und 51 Milliarden, die Medtech-Branche 23,6 Milliarden Franken.

China sei vielleicht die grösste aussenpolitische Herausforderung für Präsident Biden, wird Myron Brilliant, Chef internationale Beziehungen der Handelskammer, in der Mitteilung zitiert. Aber die Regierung solle ihre Entscheidungen auf harte Tatsachen stützen. Ein ausgewogenes und rationales Herangehen an China liege im Interesse der USA und der amerikanischen Wirtschaft. stk

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