Unternehmen nutzen Vorteile des Smart Working zu wenig

16. März 2021 14:22

Zürich - Der durch die COVID-19 Pandemie erzwungene Übergang zur Heimarbeit hat laut einer Studie des Outplacement-Spezialisten von Rundstedt in der Schweiz meist nur zur Telearbeit geführt. Die Vorteile des sogenannten Smart Working werden weniger realisiert.

Der Zürcher Outplacement-Spezialist von Rundstedt legt eine Studie zum sogenannten Smart Working in der Schweiz vor. Dazu wurden 534 Unternehmen befragt. Ziel war laut Medienmitteilung, ein Jahr nach dem Ausruf des ersten Lockdowns die Erfahrungen und Auswirkungen der Heimarbeit auf die Arbeitskultur und die betrieblichen Strukturen und Prozesse zu untersuchen.

Als erste Erkenntnis führt die Studie an, dass die Mehrheit der befragten Unternehmen nicht Smart Working, sondern Telearbeit eingeführt hat. Sie hätten die gleichen Arbeitsabläufe, die bisher im Büro stattfanden, einfach an einen entfernten Ort verlegt. Smart Working beschreibt ein Arbeitskonzept, das die Flexibilität und Unabhängigkeit der Arbeitnehmer durch die Nutzung moderner Technik unterstützt.

Laut der von Rundstedt-Studie, die zwischen Dezember 2020 und Februar 2021 unter der Leitung von Professor Andrea Martone, Director Research & Studies bei von Rundstedt, durchgeführt wurde, gaben 95 Prozent der Befragten an, dass sie ihr Performance-Management-System nicht verändert haben. Auch das Zielsetzungsmodell blieb wie bisher. Mehr als ein Drittel hatten zwar Mitarbeitende zur Tätigkeit von zuhause verpflichtet, aber generell keine wesentlichen Änderungen vorgenommen.

Auch sei bei den wichtigsten Führungspositionen keine Veränderung des Rollenverständnisses zu verzeichnen. Geschäftsführer, Personalleiter, Finanzleiter und Abteilungsleiter etwa in Produktion oder Vertrieb sähen ihre Rolle unverändert, ohne Anpassung an die entstehenden neuen Strukturen.

Die Umstellung wegen Corona führte, so die zusammengefassten Erkenntnisse, vor allem zu Telearbeit, aber kaum Smart Working. Auch hatten sich die Unternehmen meist nicht auf einen solchen Schritt vorbereitet, sondern wurden durch COVID-19 dazu gezwungen, wie mehr als 77 Prozent der Befragten angaben. Entgegen der Vermutung mancher Manager zeigte sich durch die Tätigkeit zu Hause ein positiver Effekt auf die Effizienz und Qualität der Arbeit. Negativ war der Einfluss auf die Team- und Mitarbeitermotivation, wobei die Bindung mancher Mitarbeitender an ihre Firma nachliess. Die Unterstützung durch den Arbeitgeber beschränkte sich zumeist auf die Bereitstellung von Arbeitsgeräten wie Laptops und Software-Zugängen.

Im Management herrsche definitiv Uneinigkeit darüber, ob Smart Working erfolgreich, wünschenswert, nachhaltig und sinnvoll sei, fanden die Experten des von Rundstedt-Teams heraus. Die eine Hälfte der Manager sehe mehr Verwirrung und Unklarheit im Arbeitsumfeld durch Smart Working, wie auch einen Kontrollverlust über die Mitarbeitenden. Die andere Hälfte sieht das nicht so. gba 

Aktuelles im Firmenwiki