Universität Zürich forscht an Zwillingen über Multiple Sklerose

20. Januar 2021 12:33

Zürich - Eine Forschungsgruppe der Universität Zürich ist auf der Suche nach den Ursachen für Multiple Sklerose (MS). An Zwillingspaaren untersucht sie, welche Teile des Immunsystems durch genetische Faktoren und welche durch Umwelteinflüsse bestimmt werden. Dabei hilft Künstliche Intelligenz.

Forschende der Universität Zürich (UZH) wollen den Ursachen für die relativ häufige Multiple Sklerose auf die Spur kommen. Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität versucht eine Gruppe um Professor Burkhard Becher, Direktor des Instituts für Experimentelle Immunologie, zu klären, wie erbliche Veranlagung im Zusammenspiel mit Umweltfaktoren zur MS-Entstehung beiträgt. Dafür forschen sie laut einem Artikel der UZH an eineiigen Zwillingspaaren, von denen ein Zwilling die Krankheit hat, der andere nicht. 

Für einen möglichst detaillierten Blick auf das Immunsystem der Zwillinge markiert die Forschungsgruppe einzelne Immunzellen mit Schwermetall-Ionen. Die derart gekennzeichneten Immunzellen werden dann verbrannt. Übrig bleiben lediglich die Schwermetall-Ionen. Anhand eines Massenspektrometers sind dann Rückschlüsse auf die Proteine der Immunzellen möglich. Schliesslich werden die Daten für mehr als 20 Millionen Zellen „mithilfe modernster Algorithmen“ analysiert, um eventuelle Muster in den verschiedenen Immunzelltypen zu erkennen.

Durch die Verwendung solcher Algorithmen habe die Gruppe bestimmte T-Zellen identifizieren können, die sich in kranken Zwillingen viel schneller teilen als in gesunden und die das zentrale Nervensystem eher angreifen. „Interessanterweise zeigen diese Zellen auch ein ungewöhnliches Kommunikationsmuster, was bisher so auch in Tiermodellen der Multiplen Sklerose beobachtet wurde“, erklärt Doktorand Florian Ingelfinger. Als nächstes soll die vom European Research Council mit 2,5 Millionen Euro geförderte Studie Biomarker für MS und MS-ähnliche Krankheiten entwickeln. „Diese Lücke in der Behandlung der MS zu schliessen wäre die Krönung einer Doktorarbeit.“ mm

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