Ungeplante Stromflüsse belasten Schweizer Netz

06. Juni 2019 15:00

Bern - Die Sicherheit der Stromversorgung ist laut der Eidgenössischen Elektrizitätskommission ElCom sehr hoch. Allerdings belasten ungeplante Lastflüsse aus dem grenzüberschreitenden Stromhandel das Netz. Die Schweiz verhandelt mit den Nachbarländern über eine Lösung.

Durch die Schweiz fliesst auch Strom, der zwischen Deutschland und Frankreich gehandelt wird. Solche ungeplanten Lastflüsse, die über den Stromhandel der Schweiz mit den Nachbarländern hinausgehen, haben das Schweizer Netz namentlich im Winter übermässig belastet. Seit Februar hatte die Schweiz daher vorübergehend die Möglichkeit, solche Stromflüsse bei Bedarf abzuschalten, wie die Eidgenössische Elektrizitätskommission ElCom in einer Mitteilung schreibt. Sie musste aber aufgrund der milden Temperaturen nicht von dieser Möglichkeit Gebrauch machen. Derzeit verhandelt die Schweiz mit den Nachbarländern und der EU über Wege, die Schweizer Netzsicherheit im nächsten Winter zu gewährleisten.

Die ElCom schätzt die derzeitige Versorgungssicherheit als sehr hoch ein. 2018 seien die Endverbraucher durchschnittlich während 23 Minuten von einem Stromunterbruch betroffen gewesen. Im Vorjahr waren es 20 Minuten gewesen. Zudem seien 37 Prozent der Endverbraucher von einem Unterbruch betroffen gewesen, 2017 waren es 32 Prozent. Die ElCom führt den Anstieg auf das Sturmtief Burglind im Januar 2018 zurück.

Die Strompreise sind seit einem Jahrzehnt weitgehend stabil. Allerdings hat sich die Zusammensetzung geändert. Die reinen Energietarife seien von 8,5 Rappen pro Kilowattstunde auf 7,4 Rappen gesunken, die Tarife für die Netznutzung von 10,1 Rappen auf 9,4 Rappen. Dagegen sind die öffentlichen Abgaben von 0,9 Rappen auf 1,3 Rappen gestiegen, die Bundesabgaben zur Förderung erneuerbarer Energien von 0,4 Rappen auf 2,3 Rappen. stk

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