Umstrittene Steinbrüche bremsen Zementproduktion

17. Februar 2021 14:52

Bern - Die Produktion von Zement in der Schweiz könnte ab 2024 abnehmen, wie ein Bericht des Bundes zeigt. Grund dafür ist der Widerstand gegen neue Steinbrüche. Währenddessen befinden sich Technologien zum Ersatz von Zement in der Entwicklung.

Bei Bau- und Infrastrukturprojekten in der Schweiz werden jährlich rund 5 Millionen Tonnen Zement verbraucht. Im Jahr 2019 wurden 86 Prozent der Nachfrage von Schweizer Zementwerken gedeckt. Die Rohstoffe Kalk und Mergel, welche in der Zementindustrie verwendet werden, sind in der Schweiz vorhanden.

Ein Bericht, den der Bundesrat zur Kenntnis genommen hat, geht allerdings davon aus, dass die Zementproduktion in der Schweiz in den kommenden Jahren zurückgehen dürfte. Grund dafür sei der Widerstand gegen die Erweiterung oder Neueröffnung von Steinbrüchen. Wenn die beantragten, in den kantonalen Richtplänen festgesetzten Abbauerweiterungsprojekte für die Rohstoffe Kalk und Mergel nicht bewilligt werden, werde die Versorgung der Schweiz mit inländischem Zement bis 2024 auf 64 Prozent sinken, so der Bericht.

Im Bericht wird deswegen vorgeschlagen, dass Rohstoffvorkommen, die für die Herstellung von Zement bedeutsam sind, auch aus einer nationalen Versorgungssicht betrachtet werden. Derzeit liege die Kompetenz für die Bewilligung von Abbauvorhaben bei den Gemeinden und Kantonen. Das Ziel sei es, eine nationale Übersicht der Rohstoffvorkommen zu erstellen und diese aus „rohstoffgeologischer Sicht“ zu bewerten. Damit hätten Behörden und Rohstoffproduzenten bei der Planung von Abbauvorhaben eine Grundlage.

Der Bundesrat hebt in seiner Mitteilung aber auch hervor, dass das Bundesamt für Umwelt (BAFU) derzeit zusammen mit Forschung und Wirtschaft nach neuen Lösungen suche, um die Primärrohstoffe Kalk und Mergel durch Sekundärrohstoffe zu ersetzen. Dies sei bisher jedoch nur zu einem sehr geringen Teil möglich. Allerdings befinden sich auch Technologien in der Entwicklungsphase, die Zement im Beton ersetzen oder sogar zu zementfreiem Beton führen sollen. ssp

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