UBS fordert Umdenken am Arbeitsmarkt

11. Juli 2019 12:03

Zürich - In den nächsten Jahren wird sich der Arbeitskräftebedarf stärker erhöhen als der Nachwuchs an Arbeitskräften. Zuwanderung allein kann diese Lücke nicht schliessen, meint die UBS. Sie empfiehlt eine Flexibilisierung des Renteneintritts und eine höhere Partizipation von Frauen.

Die Pensionierung der geburtenstarken Jahrgänge und ein fortgesetzter Strukturwandel der Wirtschaft werden den Schweizer Arbeitsmarkt in den nächsten Jahren grundlegend beeinflussen, schreibt die UBS in einer Mitteilung. Den Analysten der Zürcher Grossbank zufolge werden der Schweiz dadurch in den nächsten zehn Jahren 300.000 bis 500.000 Arbeitskräfte fehlen. Diese Lücke könne zwar mit einer Nettozuwanderung von 100.000 Personen jährlich geschlossen werden, schreiben die Analysten weiter. Dies träfe aber „auf erheblichen politischen und gesellschaftlichen Widerstand, was auch für das Verhältnis zur EU zur Belastung werden kann“.

Als Lösung des Dilemmas schlagen die Experten der UBS eine „höhere Partizipationsrate“ der einheimischen Bevölkerung vor. Heute noch in Teilzeit arbeitende Frauen könnten ihre Arbeitspensen erhöhen und stärker am Arbeitsmarkt beteiligt werden, empfehlen die Analysten. Sie gehen dabei davon aus, dass der Arbeitskräftebedarf insbesondere in der von Frauen dominierten Gesundheits- und Pflegebranche steigen wird. Bei stagnierender Nachfrage im Industriebereich müssten daher auch Männer in Zukunft vermehrt in den sogenannten Frauenberufen Fuss fassen, heisst es in der Mitteilung.

Als zweiten Ansatz schlagen die Analysten der UBS eine Flexibilisierung des Rentenalters vor. Statt einer generellen Erhöhung des Eintrittsalters sollten „Anreize geschaffen werden, damit in Branchen mit Arbeitskräftemangel Arbeitnehmende bereit sind, über das heute bestehende Rentenalter hinaus zu arbeiten“. hs

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