Touristenmagneten fordern Airbnb heraus

21. Oktober 2019 13:30

München - Vertreter europäischer Grossstädte diskutieren darüber, wie sie die Vermietung von Wohnungen an Touristen über Airbnb einschränken können. Sie fordern laut einem Medienbericht von der EU-Kommission eine entsprechende Anpassung des EU-Rechts.

Europäische Touristenmagneten wie Amsterdam, Barcelona, Berlin, Lissabon und Paris wollen gemeinsam gegen die übermässige Vermietung von Wohnungen an Touristen über Airbnb vorgehen. Das geht aus einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ hervor, der inzwischen auch im „Tages-Anzeiger“ erschienen ist. Die Vertreter der Städte haben sich Mitte Oktober in München zu entsprechenden Gesprächen getroffen. Schweizer Städte waren laut dem „Tages-Anzeiger“ nicht vertreten.

Die Städte stören sich an der Zweckentfremdung von Wohnraum. So bietet Airbnb in Paris 65.000 Unterkünfte an. Davon sind nach Einschätzung des für das Wohnungswesen zuständigen Vizebürgermeisters Ian Brossat die Hälfte „illegale Hotels“, die permanent an Touristen vermietet würden. In Paris gilt dafür eigentlich eine Obergrenze von 120 Tagen pro Jahr, in München von acht Wochen. Im Zentrum der französischen Hauptstadt würden wegen der Zweckentfremdung bereits 26 Prozent der Wohnungen nicht mehr von den Bürgern der Stadt selbst bewohnt.

Die Städte fordern deshalb von der EU-Kommission eine Anpassung der Richtlinie der EU von 2000 zum elektronischen Geschäftsverkehr. „Die Kommission muss die Verantwortung der App-Anbieter anerkennen, nicht nur die Vermieter treiben Missbrauch“, wird Brossat in dem Bericht zitiert. „Wir wollen, dass das EU-Recht den Städten mehr Handhabe gibt.“ Die EU-Kommission will im nächsten Jahr neue Regeln für die Digitalwirtschaft insgesamt vorschlagen. stk

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