Temporärarbeitende werden in der Krise benachteiligt

29. Juli 2020 12:39

Dübendorf ZH - Der Branchenverband swissstaffing schlägt Alarm: Im geplanten COVID-19-Gesetz fehlt für derzeit 20'000 Temporärarbeitende eine Anschlusslösung bei der Kurzarbeit. Ausserdem zeigt der Swiss Staffingindex an, dass die Zahl ihrer geleisteten Arbeitsstunden dramatisch eingebrochen ist.

Der Swiss Staffingindex des Verbands der Temporärbranche, Swissstaffing, weist für das zweite Quartal dieses Jahres gegenüber dem vorhergehenden Quartal einen Rückgang der geleisteten Einsatzstunden durch Temporärarbeitende von 22,8 Prozent auf. Dabei sind die Stunden in Kurzarbeit nicht berücksichtigt. 

Grosse Sorgen bereiten dem Branchenverband seine derzeit 20'000 Kurzarbeitenden, weil am 31. August 2020 die Notverordnung des Bundesrats ausläuft und neue Hilfsmassnahmen noch nicht beschlossen sind. „Es ist unverständlich, warum die Notverordnung des Bundesrats nicht verlängert wird, bis das neue COVID-19-Gesetz vom Parlament verabschiedet ist“, kritisiert der Präsident von Swissstaffing, Leif Agnéus, in einer Medienmitteilung. „Die fehlende Anschlusslösung bei der Kurzarbeit für Temporärangestellte gefährdet Anfang September unnötig zahlreiche Temporärarbeitsverhältnisse.“

Besonders heikel sei, dass für Temporärarbeitende auch im Falle eventueller regionaler oder branchenspezifischer Lockdowns keine Kurzarbeitslösung vorgesehen sei. Um dieser Benachteiligung entgegenzuwirken, fordert Agnéus, dass das Parlament dringend handeln und die Kurzarbeit für Temporärarbeitende ins Gesetz integrieren müsse.

Wie eine Erhebung des Instituts für Umfrageforschung, gfs-zürich, unter Swissstaffing-Mitgliedern ergab, war die Branche im Tessin und in der Romandie von der Coronakrise bisher am stärksten betroffen. Dort brach die Zahl der Temporärarbeitenden um 80 bis 90 Prozent ein. Im Vergleich dazu sank diese Zahl in der Deutschschweiz um gut 40 Prozent.

Mit Blick auf die Zukunft beunruhige, dass die Geschäftstätigkeit trotz der Lockerungsmassnahmen im Juni gesamtschweizerisch noch nicht stark angezogen hat, heisst es in der Mitteilung. „In der Romandie und im Tessin zeichnet sich jedoch glücklicherweise eine schnellere Erholung ab.“ mm

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