Talentförderung braucht Umdenken

16. September 2019 09:50

Zürich - Die Digitalisierung verändert die Art und Weise, wie Talente gefördert werden müssen. Hochschulen und Unternehmen müssen sich anpassen. Dies ist das Ergebnis des Times Higher Education (THE) World Academic Summit, das in diesem Jahr an der ETH Zürich stattfand.

Die Arbeitswelt wird durch neue Technologien verändert. „Bis 2022 werden sich die Kernkompetenzen, die für die Ausübung der meisten beruflichen Aufgaben erforderlich sind, um 42 Prozent verändern“, sagte Saadia Zahidi, Geschäftsführerin beim Weltwirtschaftsforum, am Times Higher Education (THE) World Academic Summit in Zürich. Internationale Fachleute aus Wissenschaft und Hochschulbildung haben dort über die Zukunft der Talentförderung diskutiert.

„Talent ist nicht etwas, das die Menschen haben, sondern sie entwickeln es im Austausch zwischen Individuen und der Welt, und Hochschuldozierende sind die Gestalter dafür“, so Manu Kapur, Professor für Lernwissenschaften an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH). Die Teilnehmer der Konferenz hoben auch die Bedeutung des lebenslangen Lernens hervor. Es werde künftig wichtig sein, dass „Arbeitnehmende in ihrer Karriere mehrmals zwischen Universität und Unternehmen wechseln könnten“. Ausserdem würden Online-Bildungsangebote an Bedeutung gewinnen.

Um eine Spaltung der Gesellschaft zu vermeiden, sei es zudem wichtig, dass nicht nur Supertalente gefördert werden, so eine weitere Schlussfolgerung der Konferenz. „Soziale Stabilität ist langfristig nur möglich, wenn wir alle Mitglieder der Gesellschaft einbeziehen und ihnen eine breite Perspektive bieten“, sagte Joël Mesot, Präsident der ETH.

ETH-Rektorin Sarah Springman hob auch hervor, dass beide Geschlechter die Chance erhalten sollen, an der technologischen Entwicklung mitzuwirken. Es sei zudem „sehr wünschenswert, dass wir eine höhere Diversität in der Führung von Hochschulen erreichen“. ssp

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