Synhelion und Ineratec skalieren Produktion solarer Treibstoffe

29. März 2022 10:09

Lugano/Karlsruhe - Synhelion baut derzeit in Deutschland die weltweit erste industrielle Anlage zur Herstellung von Treibstoffen aus Sonnenlicht. Synhelion aus der Greater Zurich Area stellt dort solares Synthesegas her. Dann wird der neue Partner Ineratec dieses Gas in flüssiges Kerosin umwandeln.

Synhelion und Ineratec wollen gemeinsam die Einführung CO2-neutraler Treibstoffe beschleunigen. Dafür werden die beiden Klimatechnologieunternehmen in der weltweit ersten industriellen Anlage Solartreibstoffe herstellen. Diese Anlage wird derzeit von der Tessiner Firma Synhelion im nordrhein-westfälischen Jülich errichtet. Synhelion will dort die Skalierbarkeit seiner Technologie zur Produktion von Synthesegas aus konzentriertem Sonnenlicht demonstrieren. Danach planen beide Partner laut einer Medienmitteilung, die Treibstoffproduktion mit Unterstützung von Industriepartnern wie den Fluggesellschaften Swiss und Lufthansa schnell auszubauen.

Synhelion hat diese Technologie an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich entwickelt, deren Ausgründung das Unternehmen ist. Im Mittelpunkt seiner Technologie steht ein patentiertes Verfahren, das Sonnenlicht in „die heisseste Prozesswärme auf dem Markt“ umwandelt. Damit lasse sich eine Vielzahl industrieller Prozesse betreiben, etwa die Herstellung von Treibstoffen und Zement.

Zur Umwandlung des Synthesegases in Kerosin hat Synhelion Ineratec als Partner gewählt. Das Karlsruher Unternehmen ist ein Pionier auf dem Gebiet sogenannter Power-to-Liquid-Anwendungen. Ineratec hat bereits grosstechnische Power-to-Liquid-Anlagen an deutschen Standorten realisiert.

Synhelions CTO Philipp Good sieht Ineratecs modulare Fischer-Tropsch-Synthesereaktoren als „die perfekte Lösung für uns, um Solartreibstoffe in industriellem Massstab zu produzieren und in den Markt für synthetische Treibstoffe einzusteigen“. Laut Tim Böltken, Geschäftsführer und Gründer von Ineratec, zeige diese Kooperation, „was wir erreichen können, wenn Partner mit derselben Vision zusammenarbeiten“. mm

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