Swissgrid bremst Stromexporte

06. September 2019 14:15

Aarau - Swissgrid muss die Kapazitäten für den Stromexport nach Deutschland immer häufiger reduzieren. Der Betreiber des Schweizer Hochspannungsnetzes reagiert damit auf rekordhohe Exporte. Swissgrid erwartet eine Fortsetzung dieses Trends.

Die Fähigkeit der Schweiz, Strom zu exportieren, kommt immer häufiger an die Grenze der technischen Machbarkeit. Wie Swissgrid in einer Mitteilung schreibt, hat es den Export von Strom nach Deutschland in den vergangenen Wochen mehrfach einschränken müssen. An manchen Tagen konnten nur solche Marktteilnehmer Strom exportieren, welche die Transportrechte bereits auf Monats- oder Jahresbasis erworben hatten.

Swissgrid reagierte damit auf eine hohe Belastung des Schweizer Übertragungsnetzes durch eine Reihe von Faktoren. So importiert Deutschland im Sommer vermehrt Strom aus dem Ausland. Da in diesem Sommer die Schweizer Stauseen gut gefüllt waren, konnten sie auch vermehrt Strom exportieren. An manchen Tagen wurden so bis zu 8000 Megawatt exportiert. Deutsche Importe aus Frankreich, die über die Schweiz liefen, verstärkten die Belastung der Schweizer Netze.

Swissgrid geht davon aus, auch künftig nicht mehr eine konstante Exportkapazität zur Verfügung stellen zu können. Diese lag lange bei 4000 Megawatt. Zwar arbeite der Netzbetreiber „gemeinsam mit den ausländischen Übertragungsnetzbetreibern an der Optimierung der Grenzkapazitäten, um den Marktteilnehmern möglichst hohe Kapazitäten für den Handel anzubieten“. Aber die Marktteilnehmer müssten davon ausgehen, dass künftig nur noch „saisonal angepasste“ Exportkapazitäten zur Verfügung ständen. Derzeit könne keine Aussage gemacht werden, wie sich die Kapazitäten an der Grenze zu Deutschland entwickeln würden. stk

Aktuelles im Firmenwiki