Swiss Recycling lehnt Pflichtpfand ab

26. November 2019 11:45

Zürich - Ein Pflichtpfand auf Getränkedosen und Getränkeflaschen zerstöre die heutigen Lösungen zur Wiederverwertung und bringe keinen ökologischen Mehrwert. Das ist das Ergebnis eines Berichts von Swiss Recycling. Der Verband lehnt einen Vorstoss zur Einführung des Pflichtpfands ab.

Der Schwyzer CVP-Nationalrat Alois Gmür hat vorgeschlagen, auf Getränkedosen und Getränkeflaschen ein Pflichtpfand einzuführen. „Ein Pfand gibt diesen Behältnissen einen Wert, sodass es sich lohnt, diese Behältnisse zu sammeln oder an die Verkaufsstellen zurückzubringen“, schreibt er in der Begründung seiner parlamentarischen Initiative. „Ein Pfand vermindert das Wegwerfen und die Abfallmenge.“ Gmür hat die Initiative im Juni eingereicht, sie wurde bisher vom Parlament noch nicht behandelt.

Der Verband Swiss Recycling lehnt die Forderung ab. Er hat nun einen Bericht vorgelegt, in dem er seine Argumente darlegt. Wenn die Konsumenten ihre Verpackungen wieder an einer Pfandstelle abgeben müssten, dann wäre das heute nur in den rund 7000 Geschäften des Einzelhandels möglich, und auch das nur während deren Öffnungszeiten. Heute dagegen stehen ihnen 100.000 Abgabepunkte für PET-Flaschen, Glasflaschen und Aluminiumdosen zur Verfügung. 

Ein Pflichtpfand habe zudem keinen Einfluss darauf, ob die zurückgebrachte Dose oder Flasche hinterher wieder befüllt werde. Der Bericht verweist dabei auf die Erfahrungen in Deutschland mit der Einführung des Pflichtpfandes 2003. Dieses habe dazu geführt, dass die Mehrwertquote von 66 Prozent auf 42 Prozent gesunken sei. 

Der Wechsel von den heutigen Lösungen zur Pfandpflicht würde daher aus der Sicht von Swiss Recycling keinen Mehrwert bringen. „Im Gegenteil: Die Kreislaufwirtschaft würde in ihrer Entwicklung zurückgeworfen“, heisst es in dem Bericht. stk

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