Studie sieht bei Kreislaufwirtschaft noch Luft nach oben

01. Dezember 2021 14:32

Zürich/Bern - Schweizer Unternehmen könnten die Chancen der Wiederverwertung stärker nutzen. Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich und der Berner Fachhochschule ermittelten in der ersten repräsentativen Studie ein grosses Potenzial für den Einsatz der Kreislaufwirtschaft.

Wissenschaftler der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) und der Berner Fachhochschule (BFH) bescheinigen der Schweiz ein grosses Entwicklungspotential für die Nutzung der Kreislaufwirtschaft. „Die Schweiz hat bei der Transformation, als eines der innovativsten Länder der Welt, komparative Vorteile, um nachhaltige Wettbewerbsvorteile zu generieren“, heisst es in einer Mitteilung zur Studie.

Im Rahmen einer gemeinsamen repräsentativen Befragung zeigten die Forschenden, dass erst jede zehnte Firma die Chancen ressourcensparender Materialkreisläufe zur Umsatzgenerierung einsetzt. Hierbei legten viele Unternehmen den Schwerpunkt auf die Effizienzsteigerung. Dies sei nur der erste Schritt für funktionierende ökologische Wirtschaftskreisläufe. Ferner müssten Wege gefunden werden, Kreisläufe zu schliessen und die Lebensdauer von Produkten zu verlängern. Mieten statt kaufen, Wiederaufbereitung von Produkten, Reparierbarkeit und Produkt-Upgrades werden als Möglichkeiten genannt.

Die Befragung thematisiert auch Ursachen, die eine Nutzung der Chancen der Kreislaufwirtschaft bremsen. Demnach bestehe ein Mangel an „Möglichkeiten und Wissen, die bestehenden Produkte und Dienstleistungen einer Kreislaufwirtschaft anzupassen“. Vor allem kleinen Unternehmen bereite die „Innovationsherausforderung“ Kreislaufwirtschaft Schwierigkeiten.

Wie der Bericht zur Studie zeigt, geht der Trend international zur Mehrfachnutzung von Material. Insbesondere für die Schweiz „mit ihrem beschränkten Ressourcenvorkommen“ seien grosse Wachstumsprognosen damit verbunden. In vielen Branchen existierten bereits Leuchtturmprojekte, die positive Perspektiven für eine Zunahme der Aktivitäten anzeigen. 

Für die Studie zum Stand der Kreislaufwirtschaft taten sich die Konjunkturforschungsstelle (KOF) der ETH und das Departement Wirtschaft der Berner Fachhochschule zusammen. Der Bericht wurde unterstützt von Circular Economy Switzerland (CES) und vom Bundesamt für Umwelt (BAFU). hg

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