Studie bestimmt Tumoren auf Zellebene

26. Januar 2021 09:55

Zürich - Forschende aus Zürich und Basel wollen die Diagnose von Krebs verbessern. Dazu wird im Rahmen der Tumor-Profiler-Studie bei jedem einzelnen Tumor eine Vielzahl modernster molekularbiologischer Methoden eingesetzt. Daraus soll der jeweils wirksamste Behandlungsplan abgeleitet werden.

Wäre die zelluläre Zusammensetzung und Biologie jedes Tumors bekannt, könnten Ärztinnen und Ärzte einfacher bestimmen, welches die jeweils beste Therapie ist. Das zu erreichen, ist Ziel der sogenannten Tumor-Profiler-Studie. Darin versuchen Forschende der Universität Zürich (UZH), der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH), der Universitätsspitäler Zürich und Basel sowie des Pharmaunternehmens Roche, sich dem jeweiligen Profil eines Tumors auf molekularbiologischer Ebene und unter Einsatz verschiedener modernster Methoden zu nähern. Darüber berichtet jetzt die UZH. 

Demnach hängt die Wirksamkeit vieler neuer Krebsmedikamente davon ab, wie gut das behandelnde medizinische Personal das molekulare Profil eines Tumors kennt. Deshalb haben die Forschenden vor drei Jahren diese gross angelegte klinische Studie begonnen. Dabei untersuchten sie 240 Patienten, die an metastasierendem schwarzem Hautkrebs (Melanom), metastasierendem Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) oder an akuter myeloischer Leukämie erkrankt waren. Das Studiendesign haben sie jetzt im Fachmagazin „Cancer Cell“ veröffentlicht.

„Mit der Tumor-Profiler-Studie möchten wir aufzeigen, dass der breite Einsatz von molekularbiologischen Methoden in der Krebsmedizin nicht nur machbar ist, sondern auch einen konkreten klinischen Nutzen hat“, wird Viola Heinzelmann, Chefärztin Gynäkologische Onkologie am Universitätsspital Basel, in dem Bericht zitiert.

Dabei kämen „pro Patient riesige Datenmengen zusammen, welche wir mit datenwissenschaftlichen Methoden aufbereiten und analysieren“, so einer der Autoren der Fachpublikation, ETH-Professor Gunnar Rätsch. Die Datenerhebung werde in zwei Monaten abgeschlossen sein, heisst es in dem Bericht. Anschliessend würde mit der Auswertung diese Daten begonnen. mm

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