Stromsektor hat Höhepunkt des CO2-Ausstosses hinter sich

08. Februar 2021 13:49

Potsdam - Der weltweite Stromsektor dürfte den Höhepunkt seines CO2-Ausstosses bereits seit 2018 überschritten haben. Zu diesem Schluss kommt eine Studie deutscher Ökonomen. Die Corona-Pandemie habe den Abschied von der fossilen Stromerzeugung beschleunigt.

Die Corona-Pandemie dürfte den weltweiten Ausstieg aus der Kohleverstromung beschleunigt haben. Das ist das Ergebnis einer Studie deutscher Ökonomen. Die Erzeugung von Strom aus Kohle sei rascher gesunken als die Stromerzeugung insgesamt. „Wenn die Nachfrage nach Strom sinkt, werden in der Regel zuerst die Kohlekraftwerke abgeschaltet. Denn der Prozess der Verbrennung verursacht ständig Kosten“, wird Leitautor Christoph Bertram vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) in einer Mitteilung zitiert. „Erneuerbare Energien wie Wind- und Solaranlagen haben dagegen, einmal gebaut, deutlich geringere Betriebskosten – und laufen auch dann weiter, wenn die Nachfrage sinkt.“

Die Forscher verweisen auf die Strommärkte Indien, USA und Europa. Dort sei die monatliche Stromnachfrage 2020 um bis zu 20 Prozent gesunken, der monatliche CO2-Ausstoss aber sogar um bis zu 50 Prozent.

Sie erwarten angesichts der anhaltenden Investitionen in Erneuerbare nicht, dass der CO2-Ausstoss des Stromsektors wieder ansteigen wird. „Solange dieses Wachstum der sauberen Stromerzeugung den Anstieg der Stromnachfrage übersteigt, werden die CO2-Emissionen des Stromsektors sinken“, wird Co-Autor Gunnar Luderer zitiert. Damit dürfte der Stromsektor das Allzeithoch seiner CO2-Emissionen bereits 2018 erreicht haben. 

Die PIK-Autoren sprechen sich aber dafür aus, den Ausstieg aus der fossilen Stromerzeugung mit einem CO2-Preis zu beschleunigen. stk

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