Städte wachsen weiter in die Breite

13. Januar 2020 13:44

New Haven - Weltweit wachsen grosse Städte nicht in die Höhe. Statt also mehr auf Verdichtung zu setzen, wachsen sie auf ineffiziente und nicht nachhaltige Weise in die Vorstädte, wie eine neue Studie herausgefunden hat.

Forscher der Universität Yale und des World Resources Institute haben 478 Städte mit einer Bevölkerung von mehr als 1 Million Menschen untersucht. Demnach herrscht bei internationalen Städten ein urbanes Wachstum in die Breite – also Richtung der Vorstädte – und kein Wachstum in die Höhe in Form von Wolkenkratzern vor. Rund 46 Prozent der untersuchten Städte weisen ein moderates Wachstum in die Breite auf, 11 Prozent sogar ein hohes Wachstum in die Breite, insbesondere in Afrika und Indien, aber auch in Teilen von China. Das urbane Wachstum in die Breite gilt als ineffizient und nicht nachhaltig, da dabei grosse Mengen an Energie, umfangreiche Instandhaltung und eine intensive Nutzung von Land notwendig sind.

„Diese Trends mögen zwar langfristig nicht nachhaltig sein“, heisst es von der Hauptautorin der Studie, Richa Mahtta. „Es ist aber noch nicht zu spät, die Zukunft für diese Städte zu gestalten. Wir müssen jedoch schnell handeln, bevor die gesamte urbane Infrastruktur gebaut ist und sich der Energieverbrauch nicht mehr ändern lässt. Wenn sich die Städte erst einmal entwickelt haben, wird es schwer, die Raumplanung wie auch das entsprechende menschliche Verhalten zu ändern.“

In der Studie werden Ausnahmen des Trends in Ost- und Südostasien hervorgehoben. Dort konnte ein rapider Anstieg beim Bau von Hochhäusern festgestellt werden. In Hongkong und Singapur wird dies mit geographischen Gründen und hohen Grundstückspreisen, in Japan und Südkorea mit zurückgehenden Bevölkerungszahlen begründet. In vielen urbanen Regionen in China wird durch das Bevölkerungswachstum und politische Massnahmen sowohl ein Wachstum in die Höhe als auch in die Breite gefördert. es

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