Spezialmikroskope enthüllen Omikron-Details

03. Januar 2022 09:48

Lausanne - Forschende am Dubochet Center for Imaging in Lausanne haben bisher einzigartige Einblicke in die Struktur der Omikron-Variante von SARS-CoV-2 gewonnen. Diese sind für die Entwicklung neuer Therapieansätze entscheidend.

Forschende des Dubochet Center for Imaging (DCI) konnten das Spike-Protein von Omikron mit der bisher höchsten Auflösung beobachten. Mit ihren neuen Einsichten können neue Therapieansätze entwickelt werden. Möglich wird dies durch einige der leistungsstärksten Elektronenmikroskope der Welt. Sie sind am DCI, einer gemeinsamen Forschungseinrichtung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) und der Universitäten Lausanne und Genf installiert.

Das DCI ist nach dem Erfinder der Kryonenelektronenmikroskopie, Jacques Dubochet, benannt. Der Schweizer Biophysiker erhielt 2017 mit zwei Kollegen den Nobelpreis für Chemie. Nun gewährt die Kryonenelektronenmikroskopie Einblicke in die Konfiguration des Spike-Proteins von Omikron. „Wir können jetzt im Vergleich zwischen Omikron und vorherigen Varianten genau sehen, welche Mutationen es Omikron ermöglichen, dem AstraZeneca-Impfstoff vollständig und dem Pfizer-Impfstoff teilweise zu entgehen“, wird Henning Stahlberg in einer Mitteilung der EPFL zitiert. Er hat das DCI auf dem Campus der EPFL aufgebaut.

„Die Struktur des Omikron Spike-Proteins weniger als einen Monat nach der ersten Identifizierung dieser Variante zu definieren, ist wie die Landung auf einem Planeten schon wenige Wochen nach seiner ersten Beobachtung mit einem Teleskop“, so Didier Trono vom Forschungsteam. „Das Potenzial dieser Technologie ist einfach unglaublich!“

Die Strukturanalyse wurde vor wenigen Tagen auf der Open Access-Plattform biorxiv.org veröffentlicht. Damit können Forschende verstehen, wie die Omikron-Variante auf bestehende Medikamente anspricht. mm

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