Sonneneinstrahlung hängt vom Menschen ab

22. Februar 2021 13:04

Zürich - Die über Jahrzehnte ab- oder zunehmende Intensität der Sonneneinstrahlung auf der Erde ist menschengemacht. Das konnten jetzt Forschende der ETH Zürich und anderer Institute in einer Studie erstmals zeigen. Die Sonneneinstrahlung ist bei Klimafragen eine zentrale Grösse.

Ein wissenschaftliches Team um Professor Martin Wild vom Institut für Atmosphäre und Klima der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) hat aufklären können, dass die Phänomene der weltweiten Abdunkelung und Aufhellung der Atmosphäre keine natürlichen Ursachen haben. Stattdessen ist es laut einem Bericht der ETH die Menge menschengemachter Aerosole, die die Lichtdurchlässigkeit der Atmosphäre beeinflusst. Von der Sonneneinstrahlung hängt etwa die Wasserverdunstung, der Niederschlag oder der Rückgang der Gletscher ab. 

ETH-Forschende hatten bereits in den späten 1980er und den 1990er Jahren erste Hinweise darauf gefunden, dass die Sonneneinstrahlung auf der Erdoberfläche seit den 1950er Jahren stetig abgenommen hatte. Ab Ende der 1980er Jahre nahm sie wieder zu. In früheren Arbeiten konnten sie zeigen, „dass die Sonneneinstrahlung an der Erdoberfläche über Jahrzehnte hinweg nicht konstant ist, sondern substanzielle Variationen zeigt – ein Phänomen, das unter dem Begriff ,global dimming and brightening' bekannt geworden ist“, erklärt Wild.

Bisher war jedoch nicht geklärt, wie es zu diesen Schwankungen kommt. Nun gibt eine Studie von Wild und Kollegen anderer Forschungsanstalten darüber Auskunft. Sie bedienten sich der unter Klimaforschenden berühmten Strahlungsmessreihe Potsdam mit Messdaten von 1947 bis 2017.

„Bei unserer Analyse filterten wir den Einfluss der Wolken heraus, um zu sehen, ob diese längerfristigen Schwankungen in der Einstrahlung auch bei wolkenfreiem Himmel auftraten“, so Wild. Tatsächlich waren sie auch ohne Wolken erkennbar. So konnte das Team seine Vermutung nachweisen: Hauptfaktor für die Abdunkelung sind Aerosole, die durch die Luftverschmutzung in die Atmosphäre gelangen. Diese Studie wurde jetzt in der Fachzeitschrift „Geophysical Research Letters“ veröffentlicht. mm

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