SES empfiehlt mehr direkte Beteiligung an Energiewende

08. Oktober 2021 14:54

Zürich - Mit mehr direkter Beteiligung der Bevölkerung an erneuerbare Energie-Projekten kann die Energiewende umgesetzt werden meint die Schweizerische Energiestiftung (SES). Sie hat die Energiepolitik in fünf europäischen Ländern untersucht und drei Vorschläge für die Schweiz ausgearbeitet.  

Die Schweizerische Energiestiftung (SES) sieht in mehr direkter Beteiligung der Bevölkerung an Projekten zur Erzeugung von Energie aus erneuerbaren Quellen laut Medienmitteilung einen Erfolgsfaktor für das Gelingen der Energiewende. Im Auftrag der SES sind in einer Studie Erfahrungswerte aus fünf europäischen Ländern zusammengetragen worden. Daraus leitet der Autor der Studie, Benjamin Schmid, Empfehlungen für die Schweiz ab.

Untersucht wurde die Förderpolitik in Dänemark, Deutschland, Österreich, Schottland und dem belgischen Wallonien. Nach der Analyse der Förderung in den fünf Staaten oder Regionen empfiehlt Studienautor Schmid für die Schweiz mehr Planungs- und Investitionssicherheit durch einen schweizweit einheitlichen und langfristig garantierten Rückliefertarif für eingespeisten Strom aus kleinen und mittelgrossen Photovoltaikanlagen. Weiter sollte das Modell der „Zusammenschlüsse für den Eigenverbrauch“ erweitert werden, zum Aufbau lokaler Verteilnetze. Und, ähnlich wie in Dänemark, sollte ein bestimmter Anteil des Eigentums an neu erstellten erneuerbare Energie-Anlagen für Investitionen von Anwohnern und Standortgemeinden geöffnet werden. Schmid geht von 20 Prozent aus. Damit würde die Bevölkerung besser eingebunden und die Akzeptanz, etwa bei Windkraftprojekten, erhöht.

Felix Nipkow, Leiter Fachbereich erneuerbare Energien bei der SES, verweist laut der Mitteilung darauf, dass die Energiewende nicht allein mit technologischen Lösungen umgesetzt werden könne. Es brauche die Beteiligung aller. „Die Energiewende muss ein gesamtgesellschaftliches Projekt werden.“

Laut der Nationalrätin Priska Wismer-Felder (Mitte/LU) gelingt die Energiewende „nur gemeinsam mit der Bevölkerung“. Das Parlament werde noch dieses Jahr mit der Beratung des Energiegesetzes beginnen. Wismer-Felder ist Mitglied der Energiekommission UREK. gba 

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