Schweizer sind offen für digitale Finanzangebote

18. September 2020 10:58

Zürich - Die Pandemie hat die Beliebtheit bargeldloser Zahlungsmethoden erhöht. Auch bei anderen digitalen Finanzdienstleistungen zeigen sich die Menschen in der Schweiz relativ aufgeschlossen. Doch sei der Weg zum Open Banking noch weit, heisst es in einer Studie von Strategy&.

Schweizer Verbraucherinnen und Verbraucher sind gegenüber Open Banking-Angeboten aufgeschlossener als der europäische Durchschnitt: Während in Europa lediglich 20 Prozent ihre Finanzdaten mit Banken oder Drittanbietern teilen wollen, wären in der Schweiz 28 Prozent bereit, ihre Daten freigeben. Locken liessen sich die Schweizer Befragten am ehesten durch eine automatisierte Steuererklärung (12 Prozent), Einkaufsrabatte (11 Prozent) oder kostenlose Bankdienstleistungen (8 Prozent). Das sind Ergebnisse der neuen „European Payments“-Studie von Strategy&, der Strategieberatung von PwC

Neben der Weitergabe persönlicher Daten, die eine der Grundlagen für Open Banking darstellt, zeigten sich an einer anderen Front ebenfalls Fortschritte, heisst es in einer entsprechenden Medienmitteilung: Der Anteil der Schweizerinnen und Schweizer, die bereits am liebsten mittels Apps oder Wallets von Banken oder Drittanbietern bezahlen, hat sich von 9 Prozent im Jahr 2018 deutlich auf aktuell 15 Prozent (Europa: 14 Prozent) erhöht. Die Beliebtheit von Debitkarten (23 Prozent) und Kreditkarten (16 Prozent) legte gegenüber 2018 jeweils um 4 Prozent zu. Europaweit stehen Debitkarten (31 Prozent) und Kreditkarten (19 Prozent) jedoch höher im Kurs als in der Schweiz.

„Im europäischen Vergleich wird deutlich, dass der Weg zum Open Banking noch weit ist“, wird Daniel Ettlin, Director bei Strategy& Schweiz, in der Mitteilung zitiert. „Doch vor allem in der Schweiz geht die Entwicklung beim Teilen von Daten in die richtige Richtung." Auch dass sich das Zahlungsverhalten in Richtung digitaler Alternativen verändere, sei eine wichtige Voraussetzung für eine Open Banking-Infrastruktur. „Banken und FinTechs sollten das aktuelle Momentum zum Anlass nehmen, um weiter in attraktive und integrierende Services zu investieren und so noch skeptische Verbraucher vom Mehrwert durch Datenaustausch zu überzeugen.“

„Die Beispiele für erfolgreiche datenintensive Anwendungen ausserhalb der Finanzwelt zeigen, welches Potenzial in Open Banking schlummert“, so Andreas Pratz, Co-Autor der Studie und Partner bei Strategy& Schweiz. „Dieses muss nun über entsprechende Angebote weiter geweckt werden.“ mm

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