Schweizer Gletscher verzeichnen grössten Eisverlust

08. Juli 2020 13:24

Köln - Ein deutsches Forschungsteam hat erstmals den Gletscherrückgang in den Alpen zwischen 2000 und 2014 flächendeckend dokumentiert. Demnach sind in diesem Zeitraum 17 Prozent des Gletschereises verloren gegangen. Der stärkste Rückgang trat in den Schweizer Bergen auf.

Nirgendwo in den Alpen schmilzt mehr Gletschereis als in Schweizer Gebirgsmassiven. Das hat ein Forschungsteam der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) jetzt nachgewiesen. Es hat den Rückgang der Gletschermassen im gesamten Alpenraum für die Zeit zwischen 2000 und 2014 erstmals flächendeckend dokumentiert. Laut einer Medienmitteilung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat das gesamte Alpenmassiv in diesem Zeitraum insgesamt 17 Prozent Eisvolumen eingebüsst. 

Für diese Dokumentation kombinierte das Team Daten aus drei Erdbeobachtungsmissionen. Sie waren von der deutschen DLR-Radarsatellitenmission TanDEM-X, der deutsch-amerikanischen Shuttle-Radar Topography Mission (SRTM) und zivilen Landsat-Satelliten der NASA durchgeführt worden.

Die stärksten Eisverluste verzeichneten die Forschenden in den Schweizer Alpen. Allein die grossen Talgletscher der Alpen verloren im beobachteten Zeitraum etwa 4,8 Gigatonnen Eismasse. Die Eisdicke ging dort im Durchschnitt um 0,72 Meter pro Jahr zurück. Lokal seien die Schmelzraten in den unteren Gletscherbereichen sogar um ein Vielfaches höher gewesen, heisst es in der Mitteilung. So schmolz etwa am Grossen Aletschgletscher, dem grössten der Alpen, die Oberfläche nahe der Gletscherfront jährlich um bis zu fünf Meter und mehr. mm

Aktuelles im Firmenwiki